Ein Abschied voller Möglichkeiten. Die Eltern sterben binnen weniger Monate. Leben und Selbstbild des 35-jährigen Erzählers wirbeln durcheinander. Wie alles unter einen Hut bringen: Abschied, Arbeit, Liebe, Freundschaft und das Schreiben? Doch trotz der Überforderung sprudeln Rührung, Traurigkeit, Witz und großes Glück in ungeahnter Intensität. Christian Dittloff spürt dem Trauerjahr nach, verwebt Autobiographisches, reflektierende Betrachtung und eine große Lust am Erzählen zu einem autofiktionalen Roman.
Rezensent Jan Küveler verzeiht Christian Dittloff die trivialen Szenen über das Kennenlernen der Eltern gerne. Dittloffs Trauerbuch, das den Tod beider Eltern verarbeitet, überzeugt den Rezensenten durch seinen poetologischen Anspruch und den Grad an Selbstreflexion. Wie der Autor die eigene Trauer und Tragik wie aus erhöhter Position zu betrachten versucht, das ist für Küveler ein genuin schriftstellerischer Ansatz. Etwas sehr Persönliches wird so zu etwas "überindividuell" Interessantem, und der Affekt bekommt Tiefe, findet der Rezensent.
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