Christian Haller

Die Stecknadeln des Herrn Nabokov

Cover: Die Stecknadeln des Herrn Nabokov
Luchterhand Literaturverlag, München 2010
ISBN 9783630873503
Gebunden, 153 Seiten, 17,99 EUR

Klappentext

Was geschieht, wenn jemand keinen Terminkalender führen und nicht erst sein Smartphone hinzuziehen muss, bevor er sich mit einem Freund verabreden kann? Eine Katastrophe? Ein Chaos aus verpassten Terminen? Dabei geht die Welt vielleicht gar nicht unter, wenn jemand nicht über Wochen hinaus verplant ist und wie Christian Haller aus dem Strom der alltäglichen Verrichtungen heraustritt. Die Zeit beginnt sich nämlich für ihn zu dehnen, sie erlaubt ihm, sich umzusehen und sich wie der große Vladimir Nabokov, der, mit einem Netz ausgerüstet, auf die Jagd nach Schmetterlingen ging, mit dem vermeintlich Nutzlosen zu beschäftigen. Er lernt Umwege lieben, freut sich über unspektakuläre Erlebnisse wie eine Fahrradfahrt durch einen Park oder ist vollkommen verblüfft, dass er eine Landschaft, von der er überzeugt ist, sie gut zu kennen, mit neuen Augen sieht.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.12.2010

Beatrice Eichmann-Leutenegger freut sich an den Prosaminiaturen, die Christian Haller zwischen 2002 und 2009 für die Aargauer Zeitung verfasst hat und die nun in einem Sammelband zusammengefasst sind. Der Autor richtet sein Augenmerk auf das "Unscheinbare" und stemmt sich der allgegenwärtigen Beschleunigung entgegen, stellt die Rezensentin angetan fest. Der Text "Quitten" ist für sie eine der vielen Kostbarkeiten des Bandes, in der aus einem Blick aus dem fahrenden Auto der Bogen von einer Kindheitserinnerung bis zu einem japanischen Holzschnitt geführt wird. Poetisch und mit ironischem Funkenschlag bilden diese Texte ein echtes Lesevergnügen, das zwar die Aura eines "Alterswerks" hat, dabei aber dennoch frisch wirkt, wie Eichmann-Leutenegger betont.
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