Weibliches Selbstbewusstsein ist heute so groß wie nie zuvor. Frauen können alles: regieren, managen, kochen, lieben und eine Familie versorgen. Aber sie sind auch perfekt darin, ihren Körper zu hassen. Drei Jahrzehnte nach der Frauenbewegung wird diätet, gelasert und geliftet, was das Zeug hält. Es gehört zum guten Ton, gegen die Verirrungen des Schönheitswahns zu wettern, doch zugleich beherrscht der Wunsch nach Jug und Perfektion weibliches Denken wie nie zuvor faltenfrei, sexy, makellos bis zum Tod. Christiane Zschirnt führt durch den Dschungel der Versprechungen, Klischees und Halbwahrheiten und zeigt, dass wir schön sein können, ohne auch gleich so aussehen zu müssen.
Begeistert nimmt sich Zeit-Rezensentin Ursula März "Urlaub von der Hysterie" um weibliche Schönheit, nämlich bei der Lektüre von Christiane Zschirnts "Wir Schönheitsjunkies". Auch wenn das Thema des "klugen" Buchs nicht neu ist, hat es Zschirnts "vernünftiges Modell weiblicher Selbstbetrachtung" der Rezensentin angetan: Das Buch diktiere keine ideologischen Antworten, lobt die Rezensentin, sondern rege zum Nachdenken an: über die Frage nach der Freiheit der Frau zwischen Epilieren und Liften. Die Rezensentin liest hier ein "Essay im besten Sinn", das sich nur nicht in die verkaufsförderlichen Kategorien "Alphamädchen" oder "Powerfrauen" einordnen lasse - und deshalb noch nicht den Erfolg hat, den sie dem Buch unbedingt wünscht.
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