Regina und Harald Gasper befreien sich und ihre Leser von dem Diktat der Schönheit und seinen falschen Verheißungen. Wohin wir auch sehen, überall begegnen uns schöne Menschen oder solche, die angestrengt an der Verbesserung ihrer Erscheinung arbeiten. Denn wer gut aussieht, hat mehr vom Leben: Er steigt schneller auf, wird bewundert, bekommt mehr Sex und macht mehr Geld. Was aber ist mit den vielen, die sich hässlich fühlen? Was bleibt für sie übrig, wenn die Schönen die Spielregeln bestimmen? Obwohl die Hässlichen in der Mehrzahl sind, haben sie keinerlei Lobby. Weil sie nicht lautstark auf sich aufmerksam machen, sondern lieber heimlich leiden. Schluss damit, sagen Regina und Harald Gasper und berichten über das Leben als hässliche Entlein in einer ach so schönen Welt. Sie rechnen ab mit dem Schönheitswahn und sprechen das erlösende Bekenntnis aus: Wir fühlen uns hässlich! Und wir sind viele! Ein Buch, mit dem es sich über die eigenen Hässlichkeiten reden und auch lachen lässt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 29.11.2005
Nicht recht ernst nehmen kann die Rezensentin Julia Reich den subjektiven Versuch von Regina und Harald Gasper, mit ihrem Buch eine Ehrenrettung der "normal Hässlichen" zu veranstalten. Die Autoren setzen sich zunächst mit ihrer eigenen, stets Unwohlsein erzeugenden Hässlichkeit auseinander, äußern sich zum historischen Verständnis von "Hässlichkeit" und interviewen andere, die sich Gedanken über das Thema gemacht haben. "Wenn man keine Probleme hat, dann schafft man sich eben welche", stöhnt Reich und findet vieles im Text "aufgesetzt". Die Botschaft des Ehepaars reiche nicht über allgemein bekannte Weisheiten hinaus, zeigt sich die Rezensentin enttäuscht. Dennoch erwähnenswert findet sie eine italienische Organisation mit Namen "Club dei Brutti", die sich für hässliche Menschen engagiert und die die Autoren zur Gründung eines deutschen Pendants animiert hat.
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