Städtische Leerräume sind zu einer Realität geworden, die sich längst nicht mehr auf Krisenregionen beschränkt: Es dominiert die Wahrnehmung urbaner Brachen als Missstand. In diesem Buch wird eine andere Perspektive eingenommen: Christine Dissmann wagt einen architekturtheoretisch geprägten Blick auf die städtische Leere und betrachtet diese nicht mit der Intention einer möglichst erfolgreichen Stadtreparatur, sondern interessiert sich für deren ästhetische Eigenschaften.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.04.2011
Michael Mönninger hat dieses Buch der Cottbusser Architekturtheoretikerin Christine Dissmann mit Interesse gelesen, ganz überzeugt ist er jedoch nicht. Mit ihren Gedanken zur Gestaltung der Leere liegt die Autorin im Trend, meint Mönninger, den unaufhaltsam schrumpfenden Städten Positives abzugewinnen. Wenn Dissmann in verlassenen Städten ein Gegenmodell zur kapitalistischen Wachstumslogik erkennen will, erhebt der Rezensent Einspruch und verweist darauf, dass sie eher Ergebnis einer hundertjährigen Stadtfeindschaft sind. Gewinnbringender findet er ihre Unterscheidung von Leere als ungestalter Ödnis und Leere als etwas Reines, von Deprivation und Luxus also. Die Leere als Ergebnis der Sublimierung ja, da macht Mönninger noch mit, nicht aber bei der Verklärung städtischer Brachen.
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