Spät im Jahr hält der Frühling Einzug auf Hukejaure in den Fjells von Schwedisch-Lappland. Auch Els, eine eigenwillige alte Frau, steigt nach Hukejaure auf, um wie jedes Jahr als Hüttenwartin die spärlichen Gäste zu beherbergen. Aber dieses Mal ist nichts wie sonst: Die Rentiere bleiben aus, stattdessen melden sich körperliche Schmerzen, Verwirrung und eine unbestimmte Furcht. Anne, eine junge Trekkerin, taucht auf und sorgt für weitere Verunsicherung. Später sieht sich die Hüttenwartin - inzwischen krank geworden - von einem heimlichen Mitbewohner in ihrer Existenz bedroht. Doch was als vermeintlicher Überlebenskampf beginnt, entwickelt sich für Els immer mehr zu einer Annäherung an Jona, den Fremden. Nicht nur in der harschen arktischen Landschaft meldet sich der Mittsommer mit Macht, auch in Els brechen sich neue Lebenskräfte Bahn.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 01.12.2012
Mit viel Lob bespricht Rezensentin Beatrice Eichmann-Leutenegger Christine Fischers neue Erzählung "Els". Fischer, die von der Kritikerin als Meisterin der "entschleunigten Literatur" geschätzt wird, erzähle einmal mehr mit der ihr eigenen Ruhe und Bedachtsamkeit. Die Rezensentin folgt hier der dreiundsiebzigjährigen, eigenwilligen Hüttenwartin Els, die in der Einsamkeit des Hochfjells von Lappland über das Leben, die Liebe und die Beschwerden des Alters sinniert. Erst als sie den jungen, von der Polizei gesuchten Schreiner Jona für einen Sommer bei sich aufnimmt, zu dem sie eine, laut Eichmann-Leutenegger, "raubeinig-zarte" Nähe aufbaut, entwickelt sie neue Lebensfreude. Nach der Lektüre ist die Kritikerin nicht zuletzt dank der traumhaften Landschaftsbilder und der ebenso einfühlsamen wie kraftvollen Sprache dieses kleinen Buches ganz verzaubert.
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