Aus dem Schwedischen von Lotta Rüegger und Holger Wolandt. Der Gerichtsmediziner Lars Pohjanen, der todkrank ist, bittet die Staatsanwältin Rebecka Martinsson, ihm zuliebe einen längst verjährten Mordfall wiederaufzunehmen. Aus purem Mitleid stimmt sie zu, auch wenn sie in Gedanken ganz woanders ist: Die beiden wichtigsten Männer in ihrem Leben - Krister, der Führer der Hundestaffel, und Mons, der smarte Jurist aus Stockholm - haben sich wütend von ihr abgewandt, nachdem Rebecka den einen mit dem anderen betrogen hat. Doch der Cold Case, dem sie sich zuwendet, benötigt ihre volle Aufmerksamkeit, denn er fördert Unheilvolles über ihre Heimatstadt Kiruna zutage. Aber vor allem zwingt er Rebecka, sich dem dunkelsten Kapitel ihrer eigenen Vergangenheit zu stellen.
Rezensentin Katharina Granzin ist froh, dass Åsa Larsson sich nach längerer Pause doch noch zur Nachlieferung des angekündigten sechsten Bandes ihrer Krimi-Reihe um Rebecka Martinsson hat hinreißen lassen. Diesmal geht es um eine pensionierte Krankenschwester mit Selbstmordplänen, die sie wegen einem Mordfall auf ihrem einstigen Familienanwesen vertagt. Und dann verliebt sie sich auch noch überraschend in den ehemaligen Boxer Börje Ström. Um den Kriminalplot und die sich häufenden Morde geht es zum Erstaunen der Rezensentin dabei aber gar nicht so sehr, sondern vielmehr um die Beziehungs- und Lebensgeschichten der Figuren. Auch Börje Ströms Boxer-Vergangenheit werde ausgiebig behandelt, was für eine weniger Box-affine Leserschaft etwas langweilig werden könnte, meint Granzin - die Gründlichkeit, mit der sich Larsson in diese Materie eingearbeitet hat, lobt sie aber dennoch. In der Verflechtung der verschiedenen Erzählstränge beweist Larsson außerdem wieder, wie gut sie das "Krimi-Handwerk" beherrscht, meint die Kritikerin - vermutet aber, dass die Autorin sich langfristig von dem Genre verabschieden wird.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 22.04.2022
Rezensent Kolja Mensing mag sich noch nicht verabschieden von Asa Larssons Ermittlerin Rebecka Martinsson. Vielleicht ist die Story um einen toten Alkoholiker, einen "cold case" und die russische Mafia in Lappland ja doch noch nicht ihr letzter Fall, hofft er. Die Stimmung im Buch ist allerdings schwer melancholisch, so Mensing. Wegen des Themas "Abschied", das der Text laut Rezensent auf verschiedenen Ebenen durchspielt, und wegen der nordschwedischen Landschaft, die Larsson einmal mehr effektvoll in Szene setzt, wie Mensing bewundernd feststellt.
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