Mit einem Nachwort von Ruxandra Niculescu. Christine Koschels Gedichte nehmen die Welt in sich auf, wie sie ist. Sie weicht den "in uns hineinflimmernden Raubgut" der Bilder nicht aus, wehrt sie nicht ab. Michelangelos "Erschaffung des Menschen", die Rede Himmlers in Posen, das Magnificat von Johann Sebastian Bach und die Ufer des "großen Oderfluß" all das sind Themen ihrer metaphernreichen Lyrik. Es entsteht mit den sparsamsten Mitteln ein leidenschaftliches Plädoyer für das Feuer im Wort.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.08.2013
Hymnisch bespricht Rezensent Harald Hartung Christine Koschel neuen Gedichtband "Bis das Gedächtnis grünet". Einmal mehr verliert sich der Kritiker in der "nächtigen", dem Tagesgebrauch entzogenen Wirkung der Wörter der Dichterin, die er in einer Tradition von Mallarme bis zu Celan und Ingeborg Bachmann sieht. Darüber hinaus liest Hartung bereits im Titel des Bandes die "leise Antiquiertheit", die er an den ergreifenden, manchmal beinahe verzweifelnden Gedichten Koschels immer wieder schätzt. Unmittelbarer und näher als die Gedichte über die nationalsozialistische Vergangenheit erscheinen dem Kritiker jene, die "kommentarlos Vorgänge sprechen lassen". Insbesondere in Koschels Hang zu mutigen Wortneubildungen erkennt der Rezensent die große Bewunderung für Paul Celan.
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