Der Dichter Ulrich Zieger ist ein Liebhaber der Abgeschiedenheit: Sein Lebensweg ist dechiffrierbar als schrittweiser Rückzug in das kontemplative "Gehäus", das seinem jüngsten Gedichtband den Titel gegeben hat. In Berlin, wo er in den 1980er Jahren in die kreativen, aber politisch doppelbödigen Netzwerke der "Prenzlauer Berg-Connection" (Adolf Endler) involviert war, hielt es der aus dem sächsischen Döbeln stammende Autor nur zeitweise aus. Einige Jahre engagierte er sich in der unabhängigen Theatergruppe "Zinnober" und als Mitherausgeber der Independent-Magazine "Schaden" und "Verwendung".
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.10.2011
Nachricht aus der Abwesenheit erhält der Rezensent von einem Autor, der das planvolle Verschwinden schon länger übt und einen Ort gefunden zu haben scheint, an dem es sich fern der Alltagsvernunft ins Schwebende dichten zu lassen scheint. Von daher kommt nun nach langer Stille ein Gedichtband des poetischen Einzelgängers Ulrich Ziegler, der dem Rezensenten "eindrucksvoll" die visionäre Kraft der Poesie beweist, dunkel melodiös bzw. Malerei von Picasso oder van Gogh evozierend oder andere, ferne Ufer.
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