Aus dem Englischen von Margitt Lehbert. Zum erstenmal erscheint auf Deutsch ein kompletter Originalband des wortgewaltigen australischen Dichters Les Murray. Über achtzig Gedichte zeigen die Spanne seiner Kunst und seiner Interessen. In der englischsprachigen Welt wird er nicht nur seit Jahrzehnten als der wichtigste Dichter Australiens betrachtet, sondern auf eine Stufe gestellt mit Derek Walcott, Joseph Brodsky, Seamus Heaney. Ausgezeichnet wurde Les Murray unter anderem mit dem Petrarca Preis (1995), dem T.S. Eliot Prize (1996) und der Queen's Gold Medal for Poetry (1998). Brodsky schreibt, er sei "ganz einfach der Mann, in dem die Sprache lebt." Und Walcott formuliert seine Bewunderung so: "Es gibt keine Poesie in der englischen Sprache, die so verwurzelt ist in ihrer Heiligkeit, so breitblättrig in ihren Freuden und doch so intim und umgangssprachlich."
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.07.2007
Mit einiger Faszination für ihre poetische Energie ist Rezensent Nico Bleutge der "Schlittschuhspur der Verse" des australischen Dichters gefolgt. Dahinter nämlich spürt er den Wunsch, den Geist der Romantik wieder zu erwecken, und der Ordnung der Dinge im Alltag die "Windungen des Möglichen" entgegen zu setzten: das Programm sei also die Repoetisierung der Welt. Dabei beeindruckt Les Murray den Rezensenten insbesondere, weil er sein komplexes Vorhaben mit äußerst einfacher Sprache umzusetzen versteht, und selbst dem Slang Raum in seiner Lyrik gibt. So wird für Bleutge das Andere, das in die normale Welt eindringt, besonders deutlich angezeigt. Die Gedichte selbst beschreibt er als "Kunstfotografien", die ihre Kraft aus der Form beziehen. Der Übersetzerin bescheinigt er Originalität und lobt auch insgesamt die Bewältigung der durchaus schwierigen Aufgabe, diese Lyrik in überzeugendes Deutsch zu bringen.
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