Seit einem Vierteljahrhundert dokumentiert das Jahrbuch das zeitgenössische Gedicht, sammelt, sichtet, kommentiert und begleitet mit kritischem und klugem Auge die jeweils aktuellen Entwicklungen. So ist im Laufe der Jahre eine Literaturgeschichte der Poesie entstanden. Dieses Standardwerk verdankt sich einer innovativen Herausgeberschaft. Während Christoph Buchwald, der vom ersten Band an das "Jahrbuch der Lyrik" begleitet, für die Kontinuität im Wandel der Zeiten steht, prägen die jährlich wechselnden Mitherausgeber jeweils eigene literarische Schwerpunkte. Die Namen dieser Mitherausgeber gehören zu den renommiertesten der deutschsprachigen Lyrik: Harald Hartung, Joachim Sartorius, Robert Gernhardt, Marcel Beyer, Raoul Schrott, Michael Krüger, Michael Lentz, Silke Scheuermann und andere. Diese Herausgeber stellen den Jubiläumsband vor: Sie wählen die besten, interessantesten, revolutionärsten und haltbarsten Gedichte aus fünfundzwanzig Jahren.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.12.2008
Alle Jahre wieder nimmt Sandra Richter das Lyrikjahrbuch zur Hand. Diesmal findet sie es besonders gelungen. Der ethnologische Blick der Herausgeber Christoph Buchwald und Ulf Stolterfoht macht's. Der Rezensentin erhellt beziehungsweise verfremdet er allzu Bekanntes, konzentriert aufs Elementare, aufs Wesentliche, so Richter: die Lyrik. Konkret sind das etablierte Autoren, wie Marcel Beyer, Ulrike Draesner, Kerstin Hensel oder Lutz Seiler, dessen Beitrag sie insbesondere überrascht hat. Aber auch weniger Bekanntes, wie die "schrecklich-schönen" Texte Claudia Gablers, bereiten Richter Lesevergnügen. Insgesamt hält sie die Auswahl für ideenreich und engagiert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.07.2007
Einspruch erhebt Rezensent Wulf Segebrecht gegen diesen Jubiläumsband, der das Beste vom Besten des seit 1979 erscheinenden "Jahrbuch der Lyrik" versammeln will. Zwar scheint es ihm interessant, welche Autoren und Gedichte sich im Rückblick der jeweiligen Herausgeber behauptet haben. Dabei ist für ihn zweifellos eine lange Liste "klangvoller Namen" herausgekommen. Bei näherer Betrachtung aber findet er die Liste der ausgewählten Autoren nicht unproblematisch. Hier sieht er das "Bild der Gegenwartslyrik" erheblich verzerrt, wie er ausführlich darstellt. Trotz dieser Kritik wünscht Segebrecht dem "Jahrbuch der Lyrik" ein langes Leben und macht Vorschläge, das problematische Auswahlverfahren zu verbessern. So rät er etwa dazu, bereits arrivierte Autoren nicht mehr länger einzuladen, bisher unpublizierte Texte aus ihren Schubladen hervorzukramen.
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