Thema dieses Bandes sind sowohl das gesellschaftliche Problem der Kinderarmut als auch dessen Instrumentalisierung in der Debatte um Reizthemen wie "Rentensicherung" und "Generationenvertrag". Denn deren große Beachtung im öffentlichen Diskurs lenkt von der dramatisch wachsenden Ungleichheit innerhalb der Generationen ab. Kinderarmut kann als politisch-ideologischer Hebel benutzt werden, um Teile der armen Bevölkerung gegeneinander auszuspielen. Ähnliches gilt für Debatten über die zunehmende "Vergreisung" der Gesellschaft und hieraus erwachsende Finanzierungsprobleme für die Systeme der sozialen Sicherung. Vor diesem Hintergrund untersuchen die Autorinnen und Autoren des Bandes den Zusammenhang zwischen Kinderarmut und Generationengerechtigkeit.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.06.2002
Nach Rezensentin Christiane Ruoss münden die zum Großteil auf ein Forschungsprojekt zurückgehenden Beiträge der Autoren in einen Thesenkatalog, der deutlich von dem allgemeinen Chor der Stimmen über Schmarotzertum und den gegenseitigen Argwohn Kinderloser und Eltern abweicht: um von der Verteilungsungerechtigkeit zwischen Arm und Reich durch politische Entscheidungen der rot-grünen Bundesregierung abzulenken, würden einzelne Bevölkerungsgruppen gezielt gegeneinander ausgespielt, meinen die Herausgeber: "Man sucht nicht den sozialen Diskurs über Verteilungsfragen, schließt vielmehr die Wagenburg der Reichen noch fester". Der rigide Sparkurs, die Rentenpolitik und die Familienpolitik stünden als zukunftsfeindliche Maßnahmen in der Kritik. Absolut lesenswert, urteilt Ruoss begeistert.
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