Der demografische Wandel - Geburtenrückgang, Schrumpfung und Alterung der Gesellschaft - wird in Deutschland derzeit vor allem in Krisenszenarien beschrieben. Die Autorinnen und Autoren dieses Bandes (darunter Hans Bertram, Christoph Butterwegge, Ilona Ostner und Annemette Sörensen) sehen darin jedoch auch die Chance einer Neuordnung der Geschlechterverhältnisse: Nur in einem Mehr an Emanzipation und Gleichstellung der Geschlechter sowie den entsprechenden sozialpolitischen Reformen können nachhaltige Lösungen für demografische Probleme gefunden werden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 28.02.2007
Ulrike Baureithel stellt zustimmend fest, dass dieser Sammelband zum demografischen Wandel in Deutschland nicht einfach in die Unkenrufe einstimmt, die zur Zeit bei diesem Thema laut werden, sondern statt dessen auch nach den "Chancen" fahndet, die die gesellschaftlichen Veränderungen nicht zuletzt für das Geschlechterverhältnis beinhalten. Die Rezensentin geht die einzelnen Beiträge des Bandes durch und lobt beispielsweise die Aufdeckung eines "versteckten Rassismus" in der demografischen Debatte bei Regina-Maria Dackweiler oder die "originelle" Verknüpfung der zurückgehenden Geburtenrate mit einer Konzentration auf "Selbstthematisierung" und Selbstverwirklichung. Gestört hat Baureithel an diesem Band offensichtlich nur der Soziologenjargon, inhaltlich hat sie an den Beiträgen nichts auszusetzen und für sie bietet der Sammelband einen interessanten und durchaus neuen Blick in eine aktuelle Debatte.
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