Es sind sehr unterschiedliche Geschichten, die Christoph Janacs erzählt. Und doch speisen sie sich aus einer gemeinsamen Quelle: einem Land, in dem die uralten Mythen der Azteken und Maya so lebendig sind wie der aktuelle Kampf ums Überleben, eine politische Situation, die zahlreiche Opfer kostet, und - nicht zuletzt - die Landschaft in ihren bizarrsten Ausformungen: einmal ist ihr Gesicht karg, dann wieder üppig, blühend, wuchernd, verschlingend.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.09.2002
Die mexikanischen Kurzgeschichten des in Linz geborenen Christoph Janacs erinnern Günther Stocker in vielem an Heinrich Böll und seine Nachkriegsprosa. Den Geschichten "mangelt es wahrlich nicht an dramatischen Höhepunkten, unerhörten Ereignissen, überraschenden Wendungen". Stocker findet sie eigentlich alle sehr gekonnt, "aber auch ein wenig antiquiert". Wenn der Rezensent zwar von der Liebe des Autors zu Mexiko und seiner Kenntnis über das Land beeindruckt ist, so wirkt auf ihn der Versuch, durch den Wechsel zwischen dem Spanischen und Deutschen das Geschehen authentischer aussehen zu lassen, doch zu "aufgesetzt". Janacs ist es aber gelungen, "auf unprätentiöse Art ein kenntnisreiches Mosaik des modernen Mexiko zu entwerfen", und daher sollte man, so Stocker, den Autor keinesfalls unterschätzen.
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