Aus dem Englischen von Gabriele Gockel und anderen. Zum ersten Mal erzählt der Whistleblower des Datenanalyse-Unternehmens Cambridge Analytica die Insider-Geschichte des Data Mining und der psychologischen Manipulation hinter der Wahl von Donald Trump und dem Brexit-Referendum. Er gibt dem Leser einen höchst anschaulichen Einblick in die besorgniserregenden Verstrickungen von Facebook, WikiLeaks, russischen Geheimdiensten und internationalen Hackern.Mindf*ck taucht tief in die "amerikanische Operation" von Cambridge Analytica ein, die von Trumps Berater und Chefstratege Steve Bannon und dessen Alt-Right-Vision eines neuen Amerika gelenkt wurde. Finanziert wurde das Ganze vom Hedgefond-Milliardär Robert Mercer. Cambridge Analytica hat die Daten von mehr als 87 Millionen Einzelpersonen gesammelt und analysiert, um diese dann im US-Wahlkampf gezielt beeinflussen zu können. Aber auch bei anderen scheinbar demokratischen Entscheidungen, etwa der Brexit-Abstimmung oder den Wahlen in Nigeria, wurde diese Form der Manipulation genutzt. Der Kanadier und politisch liberale Christopher Wylie stand im Zentrum dieser Operation, er hat als Profiler daran gearbeitet "zornige junge Männer" zu manipulieren und zu mobilisieren. Erst vierundzwanzigjährig hatte er einen Job bei einer Londoner Firma angeboten bekommen, die mit dem britischen Verteidigungsministerium zusammenarbeitete. Angeblich waren sie mit dem Aufbau eines Teams von Datenwissenschaftlern beauftragt, um neue Strategien zur Identifizierung und Bekämpfung von radikalem Extremismus zu entwickeln. In kurzer Zeit wurden dieselben digitalen Werkzeuge für manipulative Zwecke eingesetzt, und Cambridge Analytica war geboren.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.05.2020
Anregend und aufregend findet Günter Hack die Lektüre von Christopher Wylies Buch von 2019 über seine Machenschaften im Dunstkreis der Politikberater von SCL Elections und der Firma Cambridge Analytica. Auch wenn Hack vieles von dem, was der Autor als "reuiger Sünder" berichtet, schon aus den Medien kennt, scheinen ihm die Ausführungen über Wylies Aktivitäten für die britischen Liberal Democrats und die Bekanntschaft mit Steve Bannon interessant. Auch was der Autor über Microtargeting als "koloniale Herrschaftsmethode" im heutigen Großbritannien und den USA berichtet, findet der Rezensent aufschlussreich. Auf die Wechselwirkungen zwischen klassischen Medienkampagnen und den Online-Aktionen der Trump-Wahlkämpfer hätte Wylie für Hack gern näher eingehen dürfen.
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