Wann waren Sie das letzte Mal richtig wütend?Frauen, die ihrer Wut freien Lauf lassen, haben schnell einen schlechten Ruf. Doch diese Wut kann eine mächtige Waffe gegen persönliche und politische Unterdrückung sein.Ciani-Sophia Hoeder fragt nach: Wie haben wütende Frauen Geschichte und Popkultur geprägt? Welchen Einfluss haben die Erziehung von Mädchen und der abfällige Umgang mit Sorgearbeit auf die seelische Gesundheit von Frauen? Und wie wird aus Wut Mut zur Veränderung?
Rezensentin Katrin Gottschalk erkennt, dass Feministinnen wie Ciani-Sophia Hoeder "mütend", also müde und wütend sind. Die Journalistin und Gründerin eines Magazins für Schwarze Frauen mit dem Namen "Rosa Mag" lässt in ihrer Recherche "Wut und Böse" wütende Frauen sprechen, darunter beispielsweise eine 51-jährige Pflegerin, die sich selbstüberzeugt "Bitch der Station" nennen lässt, berichtet die Rezensentin. Ein wenig verwundert lässt es Gottschalk trotzdem zurück, dass die Autorin bei all der vermeintlichen Wut durchgehend in mildem Ton schreibt, aber das sei vermutlich nur eine Schutzmauer gegen Morddrohungen, die bei scharfzüngigen Feminist*innen des Öfteren auftreten.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 01.10.2021
Rezensentin Vera Linß lässt sich die Wut nicht nehmen. Das Buch der Journalistin Ciani-Sophia Hoeder bestärkt sie darin. Hoeder fordert nicht nur dazu auf, weibliche Wut zuzulassen und zu stärken, erklärt Linß, sie bringt auch Beispiele für wütende Frauen, die für ihre Wut entweder ignoriert oder bestraft wurden, von Rosa Parks bis Greta Thunberg. Neben derartiger Aufklärung, die Hoeder mit wissenschaftlichen Erkenntnissen unterfüttert, bietet das Buch laut Linß auch Strategien, wie es Frauen gelingen kann, männliche Machtinteressen zu unterlaufen und ihre eigene Wut produktiv zu machen. Unterdrückte Wut macht krank!, weiß Linß jetzt.
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