Während Männer Seilschaften schließen, wird Frauen seit jeher beigebracht, Rivalinnen zu sein. Sie ringen um die attraktivsten Plätze, die das Patriarchat ihnen zugesteht: die "beste Mutter", die "schönste Frau" oder die "erfolgreichste Managerin". Noch immer bestimmen Männer die Normen - und Frauen orientieren sich an deren Gunst, Urteil und Vorbild. Die Soziologin Franziska Schutzbach plädiert in ihrem neuen Buch dafür, solch überholte Muster zu überwinden. Sie zeigt auf, was sich verändert, wenn Frauen die Maßstäbe des Patriarchats durch eigene, gemeinsame Vorstellungen ersetzen und macht Mut, noch heute damit zu beginnen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.10.2024
Franziska Schutzbach beschäftigt sich laut Rezensentin Marie Schmidt mit der Frage, inwieweit solidarische Beziehungen zwischen Frauen ein revolutionäres Potential innewohnt. Im Patriarchat war weibliche Solidarität nicht erwünscht, lernt Schmidt von der Schweizer Soziologin, Freundschaften zwischen Frauen wurden lediglich als Vorbereitung auf die Ehe betrachtet, Frauen wurden oft als Kontrahentinnen imaginiert, etwa Ehefrauen und Schwiegermütter. Wichtig für Schutzbach ist, lernt Schmidt, dass Frauenbeziehungen nicht etwa deshalb wichtig sind, weil sie besonders harmonisch verlaufen, sondern weil sie es ermöglichen, sich auf produktive Art miteinander zu streiten. Beziehungen zwischen Frauen laufen weniger Gefahr als heterosexuelle Paarbeziehungen, so eine interessierte Rezensentin nach der Lektüre, weil sie nicht auf utopische Verschmelzungsideale zulaufen, sondern es frau ermöglichen, das Gegenüber als eine andere anzuerkennen.
Die Geschlechterforscherin und Soziologin Franziska Schutzbach, die ein Buch über weibliche Solidarität geschrieben hat, betont im Tagesspiegel-Interview, wie wichtig die Freundschaften zwischen Frauen sind - gerade, wenn es darum geht, autoritäre Politik zu bekämpfen. Unser Resümee
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