Recep Tayyip Erdogan ist eine der schillerndsten Figuren auf der internationalen politischen Bühne. Er führte die Türkei in eine nie dagewesene Phase der Stabilität und des wirtschaftlichen Aufschwungs. Unter seiner Regierung bewegte sie sich immer weiter in Richtung Europa. Er führt aber auch einen rücksichtslosen Kampf gegen politische Gegner und kritische Medien und initiiert die Reislamisierung der Türkei.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.07.2016
Karen Krüger hat die Erdogan-Biografie der deutsch-türkischen Journalistin Cigdem Akyol immer dann mit Gewinn gelesen, wenn Akyol die historischen und geselllschaftlichen Hintergründe beleuchtet, die die Karriere des türkischen Präsidenten erst möglich gemacht haben - und die übrigens auch viele Türken nach Westeuropa trieben: Die Verachtung und Vernachlässigung der ländlichen Regionen durch das städtische Istanbul. Wenn Akyol allerdings Erdogans Leben und Werdegang nachzeichnet, ist Krüger weniger zufrieden. Die faszinierten Passagen über den Aufstieg des Jungen aus dem armen Kasimpasa sind der Rezensentin zu nah an Erdogans eigenem Reden-Repertoire. Auch der raunende Journalistenton gehört ihrer Ansicht nicht in eine Biografie, dafür hätte sie sich mehr Belege und Quellenangaben gewünscht. Schließlich geht die Rezensentin nicht d'accord mit Akyols politischer Deutung Erdogans, die in ihm weniger einen Islamisten als einen absolutistischen Monarchen sieht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.06.2016
Luisa Seeling kann nur Gutes über diese Biografie sagen, in der die Journalistin Cigdem Akyol den Triebfedern des Recep Tayyip Erdogan nachspürt, angefangen mit seiner Kindheit im rauen Kasimpasa über seinen Aufstieg zum Bürgermeister von Istanbul, die Gründung der AKP bis hin zu seiner Politik als Ministerpräsident und Präsident. Dass Erdogan ex negativo durchaus ein Kind des Kemalismus ist, wird der Rezensentin dabei deutlich. Einen entscheidenden Wendepunkt sieht die Autorin jedoch in den Gezi-Protesten des Jahres 2013, als Erdogan zum ersten Mal um seine Macht fürchten musste. Seitdem sei seine Politik allein vom Machterhalt geleitet, lernt Seeling von Akyol, von der Ambivalenz seiner bisherigen Politik sei seitdem nichts mehr zu spüren. Selbst die Umkrempelung der Republik in einen islamischen Staat ist diesem persönlichen Ziel untergeordnet, wie die Rezensentin ernüchternd feststellt.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…