Mit einem Vorwort von Can Dündar. Nach dem Scheitern des gegen ihn gerichteten Militärputsches ist der türkische Präsident Erdogan dabei, das NATO-Mitgliedsland Türkei systematisch in einen islamistischen Unterdrückungsstaat umzubauen. Rigoros geht er gegen Andersdenkende vor. Zehntausende Menschen wurden aus dem Staatsdienst entlassen, Massenverhaftungen sind an der Tagesordnung. Im Südosten dauert der Krieg gegen die Kurden an, in Syrien werden islamistische Terrorgruppen unterstützt. Warum hält Bundeskanzlerin Merkel weiter zu dem antidemokratischen Staatschef? Welchen Preis hat der EU-Türkei-Deal in Sachen Flüchtlingspolitik? Sevim Dagdelen beleuchtet die Machtverhältnisse am Bosporus und zeigt politische Alternativen zum unterwürfigen Umgang der Bundesregierung mit der Türkei auf.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.03.2017
Kritisch-wohlwollend steht Rezensent Rainer Hermann dem Buch der Linken-Politikerin Sevim Dagdelen gegenüber. Ziemlich polemisch sei es geschrieben, vermittle aber doch "Grundwissen" über die türkische Geschichte und insbesondere die Methoden, mit denen sich die Regierung Erdogan Macht und Einfluss in Deutschland und der EU sichern will. Misslungen findet Hermann dagegen die Beschreibung der wirtschaftlichen Situation der Türkei und der Eliten. "Neoliberal" erklärt halt auch nicht alles, denkt er.
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