Der Band zur gleichnamigen Ausstellung im Forum Internationale Photographie (FIP) der Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim zeigt noch nie ausgestellte Reisebilder aus der fotografischen Sammlung. Diese Sammlung historischer Fotografien, die zu den wichtigsten Beständen der Reiss-Engelhorn-Museen gehört, beherbergt einzigartige Albuminabzüge. Insbesondere haben die Geschwister Reiss eine große Anzahl an Albuminabzügen von ihren Weltreisen am Ende des 19. Jh.s mit nach Mannheim gebracht. Ein Highlight der historischen Fotosammlung bildet den Mittelpunkt von Katalog wie Ausstellung: Die Aufnahmen aus Jerusalem von dem berühmten Mannheimer Reisefotografen Jakob August Lorent aus dem Jahr 1864. Sie sind weltweit die einzigen erhaltenen Abzüge dieses Konvoluts. Ein weiterer Höhepunkt sind die allerfrühesten Aufnahmen der arabischen Pilgerstätten von Mekka und Medina, die Mohammed Sadiq Bey um 1881 fotografierte.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.12.2006
Tourismus und Fotografie sind für Rezensentin Petra Steinberger in ihren jeweiligen Ursprüngen eng mit einander verbunden, umso mehr, wenn das Sujet die Wiege unserer Kultur ist. Aber auch Forscher hätten sich dank ihrer Vorurteile und entsprechender Motivauswahl nur scheinbar objektive Dokumente geschaffen. Als "Zeitzeugnis", so die Rezensentin, sei dieser Fotoband geradezu "unersetzbar", zumal er zugleich auch den Beginn einer neuen Blüte des Orientalismus dokumentiert. Leider könne man nichts darüber erfahren, wie dieser durch Fotografien maßgeblich bestimmte Orientalismus dann "daheim" genauer aussah. Gleichwohl, lobt die Rezensentin, ein so "informativer" wie "beeindruckender" Band.
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