Die Kreuzzüge des Mittelalters dienten vorgeblich religiösen Zielen, tatsächlich standen aber oftmals politische Ziele und Machtinteressen dahinter. Leidtragende waren in jedem Fall Menschen - nicht nur die Kreuzfahrer, die im Namen der Kirche und ihrer Herrscher unter Durst, Hitze und Krankheiten litten, sondern auch diejenigen, die aus ihrem eigenen Land vertrieben werden sollten. Anhand der beiden zentralen Gegenspieler im Dritten Kreuzzug - Richard Löwenherz und Saladin - betrachtet Wilfried Westphal den Aufeinanderprall beider Kulturkreise. Es ist die Rede von Hass, Intrigen und Massenhinrichtungen, aber auch von Respekt für den Gegner, friedlichem Miteinander und gegenseitiger Beeinflussung der beiden Kulturkreise.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.06.2006
Mit populärwissenschaftlicher Schreibe für das breite Publikum hat Andreas Kilb kein Problem, wie er betont. An Wilfried Westphals Buch über Saladin und seinen Erzfeind Richard Löwenherz stört den Rezensenten anderes wie etwa die Tatsache, dass Westphal "entschieden mehr Meinungen als Einsichten" präsentiert. Westphals Behauptung, auch die Araber hätten im Nahen Osten ja nur ein "Kolonialreich" besessen, weshalb sie qualitativ mit den Kreuzfahrern auf eine Stufe zu stellen sind, hält Kilb für verwegen. Außerdem mache der Autor nie klar, ob er gerade eine Meinung oder einen historischen Fakt von sich gibt, was Kilbs Vertrauen in die Aussagekraft des Buches nicht gerade erhöht. Die vielen instruktiven Originalzitate von historischen Biografen, Beobachtern und Kommentatoren sind da dann nur noch ein Tropfen auf den schon viel zu heißen Stein.
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