Herausgegeben von Jürgen Schlumbohm und Claudia Wiesemann. Inhalt: Jürgen Schlumbohm und Claudia Wiesemann: Vorwort Claudia Wiesemann: 250 Jahre akademische Geburtshilfe: Zur biographischen, kulturellen und sozialen Dimension medizinischen Fortschritts Isabelle von Bueltzingsloewen: Die Entstehung des klinischen Unterrichts an den deutschen Universitäten des 18. Jahrhunderts und das Göttinger Accouchierhaus Jürgen Schlumbohm: Die Schwangeren sind der Lehranstalt halber da: Das Entbindungshospital der Universität Göttingen 1751 bis ca. 1830 Christine Loytved: Die geburtshilfliche Sammlung und die Praxis der Entbindungslehranstalt an der Universität Göttingen Christina Vanja: Das Kasseler Accouchier- und Findelhaus 1763 bis 1787: Ziele und Grenzen vernünftigen Mitleidens mit Gebärenden und Kindern Gabriele Beisswanger: Das Accouchierhospital in Braunschweig 1767 bis 1800: Tempel der Lucina oder Pflanzschule für Ungeziefer
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.08.2004
Mit einem gewissen Schaudern referiert Eberhard Rathgeb aus dem Buch über die Geschichte der Geburtskliniken in Deutschland, deren erste 1751 in Göttingen eröffnet wurde. Wie der Rezensent hervorhebt, waren Zangengeburten und andere Eingriffe durch die zumeist männlichen Geburtshelfer an der Tagesordnung, wenn es auch ein "kleiner Segen" gewesen sein mag, dass in dieser Entbindungsklinik statt wie in den Gebärhäusern in Paris oder Wien, in denen 1.000 Geburten jährlich verzeichnet wurden, zu Beginn nur 20 bis 60 Kinder pro Jahr auf die Welt kamen, so der Rezensent. Rathgeb weist darauf hin, dass die "Müttersterblichkeit" in den Geburtskliniken höher lag als bei den von Hebammen begleiteten Hausgeburten und dennoch das "Ansehen" der "wissenschaftlichen Geburtshelfer" in den Kliniken vor allem in der "männlichen Öffentlichkeit" stetig stieg.
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