"Heißer Streit und kalte Ordnung" meint die Jahrhunderte alte heftige Debatte um den Vorrang der Geschlechter. Wer ist besser in Wissenschaft und Literatur, in Alltag und Moral Mann oder Frau? Wer darf sprechen, wer darf wissen? Solche Kampfrhetorik trägt den Streit um Geschlechterwissen aus der Vormoderne in die Moderne. Die Querelle hat eine große Texttradition und eine große Wirkungsmacht auf kulturelle Milieus. Ob Medizin, Recht, Theologie, Philosophie Kunst oder Pädagogik: Überall bringt die Politik des öffentlichen In-Streit-Stellens die alten Ordnungen in Fluss. Die Autorinnen und Autoren erforschen den Geschlechterstreit in Europa und Amerika mit Schwerpunkt Spanien und Hispano-Amerika. Dabei reicht der Forschungshorizont vom Mittelalter bis zum spanischen Postfrankismus.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.05.2008
Dem von Friederike Hassauer herausgegebenen Sammelband mit Beiträgen von 21 Wissenschaftlerinnen zur spanischen Frauenliteratur seit dem Mittelalter entnimmt Rezensent Frank-Rutger Hausmann nicht nur, dass Frauen in Spanien sich bereits seit dem 14. Jahrhundert schriftlich gegen männliche Unterdrückung auflehnen. Deutlich wird für den Rezensenten in den Beiträgen, die hauptsächlich Texte aus dem Mittelalter, der Renaissance und der Aufklärung untersuchen, dass es den Schriftstellerinnen nicht um die Nivellierung der Geschlechterunterschiede, sondern um die Stärkung von Frauenrechten ging. Somit kann man auch die frühen Texte durchaus als aktuell bezeichnen, betont der Rezensent, der insbesondere das Vorwort der Herausgeberin als "methodisch wie sprachlich" brillant preist.
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