Afghanistan ist eines der wenigen Länder der kolonisierten Welt, das nie für längere Zeit von fremden Mächten - seien es Briten, Sowjets oder die USA - beherrscht werden konnte. Conrad Schetter schildert knapp und kenntnisreich die Geschichte des Landes von der Antike bis zur Gegenwart. Der Schwerpunkt liegt auf den letzten beiden Jahrhunderten, in denen sich die Spannungen zwischen Stadt und Land und zwischen Moderne und Tradition immer wieder in Rebellionen, Umstürzen und Kriegen entluden. Auch nach dem Machantritt der Taliban machen es diese Spannungen jeder Zentralregierung schwer. Besonderes Augenmerk gilt auch den besonderen Beziehungen zwischen Afghanistan und Deutschland. Das Standardwerk in aktualisierter Neuauflage Warum seit der Antike alle Großmächte am Hindukusch gescheitert sind Der Aufstieg der Taliban - und ihre erstaunlich schwache Herrschaft Warum Deutschland besonders eng mit Afghanistan verbunden ist
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 21.02.2022
Für eine Mehrfach-Besprechung zu aktueller Afghanistan-Literatur kann die Anglistin Jasamin Ulfat-Seddiqzai als Nachschlagewerk auch Conrad Schetters Kurze Geschichte Afghanistans empfehlen. Nüchtern, sachlich und klar führe Schetter in die Materie ein, ohne viel zu spekulieren oder die großen Fragen der Weltpolitik aufzuwerfen. Eine ehrliche Option, meint die Rezensentin.
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