Marc Thörner

Afghanistan-Code

Eine Reportage über Krieg und Fundamentalismus
Cover: Afghanistan-Code
Edition Nautilus, Hamburg 2009
ISBN 9783894016074
Gebunden, 155 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

Zwei Jahre lang hat Marc Thörner in Afghanistan recherchiert. 'Eingebettet' bei verschiedenen Armeen und allein unterwegs im Land, hat er mit Militärs, Diplomaten, Mullahs, Richtern, Politikern, Gouverneuren, Warlords und anderen Menschen in unterschiedlichen Teilen des Landes gesprochen. Der islamische Extremismus, so lautet seine provokante These, bedroht den Westen nicht. Er ist, im Gegenteil, ein wichtiges Element, um westliche Hegemonie zu sichern.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 30.03.2010

Erhellend scheint dem Rezensenten Paul Zelik dieses Buch über die Lage in Afghanistan, das Marc Thörner vorgelegt hat. Die Reportagen des Journalisten, der zwei Jahre vor Ort recherchierte, zeigen für ihn die Komplexität der Situation am Hindukusch auf. Thörner führe anhand von Einzelreportagen vor Augen, wie sich Besatzung, ethnische Konflikte, religiöser Fundamentalismus und ökonomische Strategien der Selbsterhaltung überlagern. Deutlich werden in Zeliks Augen zahlreiche Unstimmigkeiten. Er spricht in diesem Zusammenhang vom "Wahnwitz, der sich Afghanistans bemächtigt hat". Wäre die Lage nicht so ernst, wüsste man man nicht von den Tausenden von Toten, so könnte man nach Ansicht von Zelik fast den Eindruck einer "Realsatire" gewinnen. Sein Fazit: Das Buch sollte "Pflichtlektüre" sein, "für alle, die dem Militäreinsatz jemals etwas abgewinnen konnten".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.03.2010

Wie der Autor selbst ist auch Franzisky Augstein schockiert, über das, was sie hier erfährt. Auf ausgedehnten Reportagereisen im Norden Afghanistans hat Marc Thörner den deutschen ISAF-Truppen über die Schulter geschaut und Hintergründe ausgeleuchtet. Augstein erfährt, wie eng verzahnt Aktionen von US-Militär und ISAF tatsächlich sind. Dass Thörner bei seinen Enthüllungen mitunter übers Ziel hinausschießt, etwa, wenn er den USA vorwirft, lieber mit den Extremisten als mit den liberalen Kräften im Land zusammenzuarbeiten, oder wenn er kolonialistische Herrschaftstheorien bemüht, findet die Rezensentin bedauerlich. Dennoch erscheint ihr die Reportage überzeugend genug, um Fragen zu provozieren, die Rolle deutscher Truppen in Afghanistan betreffend.

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