Paris, Sommer 1952. Bea Nightingale, frisch geschiedene Lehrerin aus New York, fährt im Auftrag ihres Bruders hierher, um ihren Neffen Julian zurückzuholen. Der jobbt im Café und träumt davon, Schriftsteller zu werden wie James Baldwin und George Plimpton. Julians herrschsüchtiger Vater hingegen vermutet, er sei in die Fänge einer Frau geraten, die ihm nicht guttut. Als Bea schließlich Julians Freundin kennenlernt, deren Familie im Krieg ausgelöscht wurde, bleibt auch sie in Paris hängen. Mit dieser Variation von Henry James "Die Gesandten" beleuchtet Ozick beider literarisches Lebensthema: die ewige Gegenüberstellung Amerika versus Europa.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.11.2014
So ganz leuchtet Angela Schader der allenthalben und auch von der Autorin selbst gezogene Vergleich zwischen Cynthia Ozicks Roman und Henry James' "The Ambassadors" nicht ein. Von einer bloßen Ummodelung des Vorbilds möchte sie jedenfalls nicht sprechen. Schon der Hintergrund, vor dem sich die Charaktere entwickeln, ist bei Ozick mit der Nachkriegszeit ein vollkommen anderer als bei James, erklärt Schader. Ebenso die Hauptfigur, deren Feinnervigkeit bei James das freudlose und beengte Leben der Beatrice Nightingales ganz und gar nicht entspricht, wie die Rezensentin feststellt. Schließlich scheinen die beiden Bücher sich auch inhaltlich stark zu unterscheiden, wie Schader anmerkt. Geht es bei James um das Verhältnis Amerika-Europa, dreht es sich bei Ozicks Roman von 2010 um jüdisches Schicksal.
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