Benno Reifenbergs Vita ist auf das Engste verbunden mit der Geschichte der "Frankfurter Zeitung", die im Deutschen Kaiserreich und in der Weimarer Republik zu den wichtigsten Stimmen des deutschen Liberalismus zählte. In der NS-Zeit konnte das Blatt als Vorzeige-Zeitung für das Ausland bis 1943 weiter erscheinen und genoss dabei größere Freiräume als die meisten anderen deutschen Medien. Dennoch musste die Redaktion täglich einen heiklen Balanceakt zwischen Anpassung und Widerstand leisten. Als "Halbjude" war Reifenbergs Situation dabei besonders prekär. Von 1945 bis 1958 wirkte er als Herausgeber der Halbmonatsschrift "Die Gegenwart", die sich in der rasch wandelnden Medienlandschaft der jungen Bundesrepublik nicht behaupten konnte. Nach der Fusion der "Gegenwart" mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" war Reifenberg von 1959 bis 1966 FAZ-Herausgeber und zählte damit erneut zu den tonangebenden Publizisten in Deutschland.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.08.2011
Nicht wirklich erwärmen kann sich Patrick Bahners für Dagmar Bussieks Biografie Benno Reifenbergs (1892-1970), der ab 1924 das Feuilleton der Frankfurter Zeitung leitete, auch unter dem NS-Regime in leitender Position blieb und 1948 die Zeitschrift "Die Gegenwart", die 1958 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung aufging, gründete. Das Buch wird seines Erachtens diesem unpolitisch-konservativen Feuilletonisten nicht wirklich gerecht. Zum einen weil der Autorin seines Erachtens ein "Begriff von ästhetischer Bildung" fehlt und er Reifenberg von Bussiek zu einem "Objekt akademischer Erörterung" gemacht sieht, die mit ihrem kulturellen Gegenstand nicht vertraut sei. Zum anderen vermisst er in vorliegender Biografie eine nähere Betrachtung und Einordnung von Reifenbergs feuilletonistischen Texten, seiner "Kunstschriftstellerei".
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