Kaum ein Journalist prägte die publizistische Landschaft in der Bundesrepublik der 1970er und 1980er Jahre so stark wie Gerhard Löwenthal. Wurde er in der DDR teils als "Staatsfeind Nummer 1" deklariert, so galt er vielen Kollegen im Westen als polemischer Aufpeitscher wider die Entspannungspolitik. Stefan Winckler beleuchtet zum ersten Mal Werdegang und politische Hintergründe des streitbaren Moderators des "ZDF Magazins". Wie entfaltete sich die ungewöhnliche Karriere des Holocaustüberlebenden Löwenthal? Wie formten sich seine moralischen und politischen Standpunkte? Und wie wurde er zu dem konservativen Journalisten, als der er in der alten Bundesrepublik Mediengeschichte schrieb?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.01.2012
Daniel Koerfer lernt mit dem Fernsehjournalisten Gerhard Löwenthal in dieser von Stefan Winckler verfassten Studie einen unermüdlichen Erforscher der Ostpolitik und Kämpfer gegen das Unrechtsregime der DDR kennen, der in Ost-Berlin als Staatsfeind galt. Den Band, über dessen Aufbau und Quellen wir bei Koerfer leider nichts erfahren, lobt der Rezensent seiner zeitgeschichtlichen Pointen wegen, die der Autor fleißig im "Urgrund" der Löwenthal'schen Biografie ausfindig macht. Dass seine umfassenden Recherchen Winckler manchmal dazu verleiten, die Früchte seiner Arbeit allzu verschachtelt zu präsentieren, mindert Koerfers Leseglück allerdings etwas.
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