Herausgegeben und ediert wird das Buch von Gregor Kessler. In englischer Sprache. Die Songtexte von Dan Treacys Band Television Personalities entführen in ein Paralleluniversum, das aus ganz eigenen Mixturen aus euphorischen Sixties-Referenzen und hartem Sozialrealismus besteht: knallbunte, psychedelische Welten, in denen sich Syd Barrett, Salvador Dalí, Andy Warhol oder der jungen Woody Allen ein Stelldichein geben, oder eine Tristesse aus Ehekrisen, unbezahlten Rechnungen, Einsamkeit und Depression. Zwischentöne: eher selten, und wenn dann so subtil, dass dem geneigten Zuhörer der Atem stockt. Bewundert von Kurt Cobain und Pavement, gelobt von Alan McGee, gecovert von den Tindersticks und musikalisch verewigt von MGMT ("Song for Dan Treacy"); die Television Personalities sind eine, wenn nicht gar: die Referenzband des Indie-Pop, der - die Welt war nie gerecht - große Charterfolge verwehrt blieben. "If I Could Write Poetry" versammelt nun zum ersten Mal die Texte von 100 der wichtigsten Songs von Dan Treacy. Dieses Buch ist aber weit mehr als eine Textsammlung, es enthält auch sehr persönliche Eindrücke, Anekdoten und Würdigungen von rund 50 Musiker:innen, Freund:innen und Fans. Mit dabei sind aus dem deutschsprachigen Raum u. a. Künstler wie Carsten Friedrich (Superpunk, Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen), der Bachmann-Preisträger Tex Rubinowitz, die Musiker Phillip Boa und Klaus Cornfield (Throw that Beat in the Garbagecan).
Rezensent York Schaefer schmökert in dem von Gregor Kessler herausgegebenen Band mit Songtexten der Television Personalities und Anekdoten und Einblicken von Wegbegleitern und Fans, die jeweils über einen Song der Band schreiben. Die Texte von Mark Sheppard, Evan Dando, Alison Withers und anderen findet Schaefer unterhaltsam bis anrührend, mitunter auch recht aufschlussreich im Hinblick auf den Punk, popkulturelle Entwicklungen und die Geschichte der Band. Ein Buch für Fans, aber nicht nur, findet Schaefer.
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