Über Sex kann man nur auf Englisch singen? So hieß es jedenfalls einst bei Tocotronic. Jens Balzer beleuchtet das spannungsreiche Verhältnis von Popmusik und deutscher Sprache: Die ersten Rockbands singen natürlich auf Englisch, als Rebellion gegen die spießigen Eltern. Politische Liedermacher entdecken Mundarten und Dialekte. In der Neuen Deutschen Welle wird das Spiel mit der Sprache ironisch und kunstvoll. Im Hip-Hop der Gegenwart zeigt sich, wie divers, vielstimmig und auch widersprüchlich die Gesellschaft geworden ist. So entsteht eine Geschichte der Sprache im deutschen Pop - und wie nebenbei eine Gesellschafts- und Kulturgeschichte. Vor allem aber gibt es viele erstaunliche, oft bizarre, manchmal unglaubliche Songtexte (wieder-)zuentdecken.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.08.2022
Rezensent Philipp Krohn lässt sich von Jens Balzer deutsch-deutsche Musikkultur vorführen. So vermag ihm der Autor, die besondere Stellung Nina Hagens als in den Westen übergesiedelte Galionsfigur der sexuellen Rebellion zu erläutern und Themen des deutschen Schlagers und Popsongs von Caterina Valente und Freddy Quinn bis Kraftwerk und DAF diskursanalytisch, mit Blick auf die gesellschaftlichen Zustände zu zergliedern. So entsteht laut Krohn eine kommentierte Diskursgeschichte des deutschen Pops, die auch türkische Interpreten und Songs als eigenständige Linie des deutschen Pops ausweist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 08.07.2022
Rezensent Jens Buchholz hält Jens Balzer für den Genealogen des deutschen Pop. Das beweist der Autor für Buchholz auch mit seinem neuen Buch, in dem der Kulturjournalist sich mit der Sprache des deutschen Pop von den 1950ern bis heute befasst. Eine Erkenntnis dieser Erkundung lautet für Buchholz: Pop ist spielerische Identitätssuche zwischen dem Eigenen und dem Fremden. Wie Balzer das anhand von Schlagern von Valente und Ramsey und mittels Bands wie The Lords oder Can, aber auch der Rapperin Nashi44 erläutert, scheint dem Rezensenten aufschlussreich.
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