Insidern gilt Carsten Friedrichs als einer der besten deutschen Songtexter. Für die einen ist er "der deutsche Bruder von Songwritern wie Ray Davies, Jonathan Richman oder Vic Godard" (Gregor Kessler, TAZ) für andere ist er ein verschrobenes Unikat. Sicher ist, dass es Friedrichs wie keinem Zweiten gelingt aus scheinbar profanen Themen wie Matratzenmärkten, Haaren, Hosen und Ferien, große, allgemeingültige Kunst zu erschaffen. Nach ca. 20 Alben, früher mit Superpunk, heutzutage mit Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen, wurde es an der Zeit, die Lyrik des großen Außenseiters mit vorliegendem Buch zu würdigen. "Später kommen, früher gehen - Ausgewählte Songtexte" enthält knapp 90 Songtexte mit Erläuterungen und bisher unveröffentlichte Kurzgeschichten, etwa über die Schwabinger Krawalle oder über eine gescheiterte Bandwurmzucht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.08.2022
Rezensent Ulrich Rüdenauer vergnügt sich bei seiner Lektüre von Carsten Friedrichs Liedtextsammlung, was nicht nur am Klamauk der Liedtexte liegt. Vielmehr lobt der Rezensent insbesondere die Kommentare und Geschichten, die die Lieder ergänzen und allerlei Hintergrund und Anekdoten liefern zur Arbeitsweise und sozialen wie politischen Verortung des Künstlers.
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