Aus dem Französischen von Ronald Voullié. In Gesprächen mit Philippe Artières und Éric Favereau zeichnet Daniel Defert seinen Lebensweg nach, in dem sich Politik und Persönliches stets unauflöslich miteinander verschränken. Demonstrationen organisieren, Aufrufe und Stellungnahmen redigieren, gegen Stigmatisierung und Ausgrenzung kämpfen, Allianzen bilden, Privilegien und Redeverhalten reflektieren, sich zu staatlicher Repression verhalten… Über einen Zeitraum von etwa 40 Jahren hinweg behandelt das Buch dieselben Fragestellungen, mit denen sich linke radikale Kämpfe und aktivistische Bewegungen auch heute noch konfrontiert sehen.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 26.11.2015
Höchste Zeit, Daniel Defert auch hierzulande zu entdecken, meint Rezensent Moritz Scheper, der den Autor nicht nur als Lebensgefährten von Michel Foucault, sondern auch als ehemaligen Präsidenten der französischen Hilfsorganisation zur Aids-Bekämpfung kennt. Entsprechend aufmerksam liest der Kritiker die Lebenserinnerungen Deferts, der das Buch, das eigentlich als Gesprächsband zwischen ihm und zwei Journalisten angelegt war, mit einer Herausgeberin noch einmal umarbeitete. So gerät das Buch laut Scheper auch nicht zu einer intimen Biografie, sondern vielmehr zu einem lesenswerten und vor allem sympathischen Werk über seinen politischen Werdegang und sein Engagement in der Aids-Hilfe, schließt der Kritiker, der hier auch interessante Einsichten in Foucaults Philosophie erhalten hat.
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