Aus dem Tschechischen von Sophia Marzolff. Ganz Alltägliches, verwoben in frische und überraschende Geschichten, die in ihrer Ausdruckskraft an E. M. Forster erinnern. Die Autorin nähert sich solch typischen Begebenheiten wie der Beziehung zweier heranwachsender Mädchen oder dem Verhältnis einer Frau mit einem verheirateten Mann auf eine Weise, als würde hierüber zum allerersten Male geschrieben.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 03.09.2002
Uwe Stolzmann gerät geradezu ins Schwärmen nach der Lektüre der sieben Erzählungen, die die Pragerin Daniela Fischerova in ihrem nach sieben Jahren erstmals in deutscher Sprache erschienenen Buch "Fern und nah" zusammengetragen hat. Das Kompendium umfasst rührende Geschichten, lebendig gemacht mit Erinnerungen aus Kindheit, Jugend und Alltag der Autorin - Erinnerungen an ein sozialistisch-utopisches Prag der fünfziger und sechziger Jahre. "Schwerelos" und "selbstironisch" schildere Fischerova die Schwächen der sie umgebenden Politik, Gesellschaft, aber auch ihrer persönlichen Umgebung. Besonders hebt Rezensent Stolzmann die Geschichte von Tante Marie hervor, die auch das vormalige Tabuwort "Vertreibung" in den Mund nimmt und in den Gedankensträngen der Heldin Dana hemmungslos thematisiert. Auf "so poetische Weise" sei dieses Thema nie angegangen worden, wie Stolzmann anerkennend bemerkt. Das uneingeschränkte Urteil des Kritikers: Die Erzählungen seien jede für sich "ein Meisterwerk der kurzen Form".
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