Daphne Palasi Andreades

Brown Girls

Roman
Cover: Brown Girls
Luchterhand Literaturverlag, München 2024
ISBN 9783630876771
Gebunden, 240 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Cornelius Reiber. Queens, New York. Hier kämpft eine Gruppe von Mädchen darum, die Migrationsgeschichten ihrer Familie mit der amerikanischen Kultur in Einklang zu bringen. Rastlos durchstreifen sie die Stadt, die niemals schläft, singen aus voller Kehle Mariah Carey, sehnen sich nach Jungs, die unerreichbar sind, und brechen den erreichbaren die Herzen. Eins ist für sie klar: Sie wollen für immer Freundinnen bleiben. Doch das Älterwerden macht auch vor ihnen keinen Halt und all die neuen Wünsche und Träume stellen die Freundschaft vor ungeahnte Herausforderungen.In entwaffnend lyrischer Sprache zeichnet "Brown Girls" ein kollektives Porträt vom Erwachsenwerden und weiblicher Freundschaft vor dem Hintergrund von Rassismus, Klassenzugehörigkeit und Ausgrenzung im gegenwärtigen Amerika.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 13.07.2024

Rezensentin Isabella Caldart staunt vor allem über die sprachlichen Einfälle in Daphne Palasi Andreades' Roman, der das Leben einer Gruppe von "Brown girls" im ärmlichen Teil von Queens, New York verfolgt: von ihrer anfänglichen Freundschaft im Kindesalter bis zum allmählichen Auseinanderdriften - mit der Besonderheit, dass der Text aus einer kollektiven Wir-Perspektive verfasst ist. Das findet Caldart spannend, weil es die Aufmerksamkeit auf problematische Fragen um Repräsentation und (Un-)Sichtbarkeit als marginalisierte Gruppe lenke. Positiv fallen ihr außerdem einzelne Passagen auf, die sich der "Spoken-Word-Poetry" annähern - was leider nur schwer ins Deutsche zu übertragen sei. Generell ist sie aber fasziniert von den "einfachen" und doch effektiven Kniffen, mit denen die Autorin dem kollektiven 'Wir' Facetten verleiht. So verberge sich etwa hinter den einfachen Anführungszeichen in "Brave 'Mädchen'" der Hinweis auf nicht-binäre oder Transpersonen. Ein "kluger und intensiver" Roman, lobt Caldart.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 06.07.2024

Cool, jung und aufregend sind laut Rezensentin Lara Sielmann die Protagonistinnen aus Daphne Palasi Andreades' Debütroman: Die Women of Color kommen aus Queens und gehen selbstbewusst durchs Leben,  versuchen, mit Stipendien und Ivy-League-Unis das Klassensystem zu subvertieren und treten immer als Gruppe, als "wir" auf. Ihr Leben in einem von Rassismus geprägten Land schildert Andreades rasant,  rhythmisch durchkomponiert, glücklicherweise funktioniert das auch in der Übersetzung von Cornelius Reiber, so Sielmann. Ein "komplexes wie vielstimmiges Bild" der jungen New Yorkerinnen, schließt sie.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 25.06.2024

Rezensent Oliver Pfohlmann hält Daphne Palasi Andreades' Debütroman für ein starkes Statement. Laut Pfohlmann erzählt der Text aus der kollektiven Wir-Perspektive vom Aufwachsen junger Migrantinnen im New Yorker Stadtteil Queens in der Zeit zwischen den 1990ern und der Pandemie. In kurzen Kapiteln werden migrantische Lebenserfahrungen "eindringlich und originell" wiedergegeben: Ethnische Segregation, Rassismus, Drogen, Knast, aber auch Solidarität und Selbstermächtigung. Die Wahl der Perspektive findet Pfohlmann allerdings problematisch, da keine der Protagonistinnen Tiefe gewinnt. Intensive Lektüre bietet der Roman aber allemal, versichert er.

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