David Almond

Die Sternensucher

(Ab 14 Jahre)
Cover: Die Sternensucher
Otto Maier Buchverlag, Ravensburg 2002
ISBN 9783473352364
Gebunden, 215 Seiten, 12,95 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Cornelia Holfelder-von der Tann. David Almond erzählt hier 18 Geschichten aus seiner Kindheit und Jugend, die geprägt waren vom katholischen Glauben und dem liebevollen Umgang miteinander. Beim Lesen treffen Kenner von Almonds Büchern auf Motive und Figuren, die sie aus seinen Romanen kennen und entdecken den Ursprung seiner Themen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 16.01.2003

In achtzehn Erzählungen schildert David Almond seine Kindheitserinnerungen an den traditionell katholischen Alltag einer Arbeiterfamilie in den fünfziger und sechziger Jahren im englischen Bergarbeiterstädtchen Felling, erzählt Siggi Seuß. Sie hat sich sofort in der Almondschen Küche heimisch gefühlt hat. Manchmal kam es ihr gar vor, als schildere Almond ihre eigene Jugend. "Je besser wir uns in die Topografie einer erzählten Landschaft einfühlen können, desto näher kommen wir unseren eigenen erinnerten Landschaften." In den Erzählungen erscheinen Engelwesen am Nachmittag, Tote an einem Tisch tauschen Geschichten aus oder fangen an mit Sätzen wie "Da war mal ein kleiner Junge, der seine Stimme im Schnee verloren hat". Almond erzähle mit einer "Inbrunst", die in Sentimentalität umschlagen könnte, wäre der Autor nicht ein "überzeugter Grenzgänger zwischen Realität und Fiktion". Seuß jedenfalls lässt sich aus der Almondschen Küche nicht vertreiben, solange dort noch erzählt wird.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.12.2002

Antje Weber ist David Almond dankbar, dass dessen Kindheitserinnerungen, obschon "beklemmend und anrührend zugleich", niemals ins "Gefühlige" abgleiten. In einzelnen nicht chronologisch zusammenhängenden Episoden schildert Almond seine Kindheit in einer kinderreichen, armen Familie im England nach dem Krieg. Dass ihm bei all dem Leid ein "nachdenkliches" aber nicht "tränenschweres" Buch gelungen ist, liegt für die Rezensentin an Almonds "präziser Beobachtungsgabe" und seinem Talent für "knappe, lakonische Dialoge". Am besten ist Almond, findet Weber, wenn er den Blick der Erinnerung auf die Umgebung richtet, auf die Schneiderin mit ihrem toten Embryo im Glas etwa oder das behinderte Mädchen, das im Dreck aufwächst und zur Hure wird. Allein: Worüber weint die Rezensentin denn dann?

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