Aus dem Englischen von Hainer Kober. David Blatner rückt die wohl berühmteste und zugleich geheimnisvollste Zahl ins Rampenlicht. Er schildert ihre abwechslungsreiche Geschichte von den Anfängen im alten Ägypten ihre Rolle etwa beim Bau der Pyramiden bis zur Gegenwart, in der Pi-Newsgroups im Internet erregte Debatten über ihr Kultobjekt anzetteln. Es ist eine Chronik der Irrtümer, Abstrusitäten und der oft komischen Anstrengungen, die Menschen unternommen haben, um diese Zahl in den Griff zu kriegen. "Pi zu ergründen bedeutet, das Universum zu erforschen", schrieb der renommierte Mathematiker David Chudnovsky. Seit Tausenden von Jahren geht von diesem Symbol, welches das konstante Verhältnis von Umfang und Durchmesser des Kreises angibt (¼ = 3,14159265358979323846...), eine große Faszination aus, weil die Stellen hinter dem Komma anscheinend eine unendliche Folge von Zufallszahlen ohne erkennbares Muster bilden; bis heute sind rund acht Milliarden Ziffern berechnet worden.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 21.06.2000
Stefana Sabin bespricht zwei Bücher über die Zahl Pi: "Pi - die Story" von Jean-Paul Delahaye und "Pi - Magie einer Zahl" von David Blatner.
Bis zum letzten Absatz gibt Sabin nicht zu erkennen, aus welchem der beiden besprochenen Bücher sie ihr Wissen schöpft und was sie davon hält. Schon in der Antike versuchten Mathematiker, den Kreis mithilfe des Quadrats zu berechnen, was ihnen nicht gelang und als "Quadratur des Kreises" eine Umschreibung für Unpraktikables geblieben ist. Wie es dazu kam, dass William Jones 1706 das Symbol pi als Kreiszahl einführte und welche Erkenntnisse der lange Weg dorthin der Mathematik beschert hat, ist gleichermaßen das Anliegen beider Bücher: "P - Magie einer Zahl" des amerikanischen Computerexperten David Blatner verwendet mehr Mühen auf die graphische Gestaltung als auf die sprachliche Darstellung, berichtet Sabin, ist also "mehr Form als Inhalt", kommt aber dafür ohne Fachtermini aus. Die Darstellung des französischen Informatikprofessors Jean-Paul Delahaye "Pi - Eine unendliche Geschichte" hat ihr deshalb mehr zugesagt, weil der Wissenschaftler seine Geschichte im mathematischen Kontext erläutert. Delahayes Buch setzt allerdings, so Sabin, "mehr als mathematische Allgemeinbildung" voraus.
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