Aus dem Englischen von Maria Hummitzsch. John Cromartie besucht mit seiner Freundin Josephine Lackett den Zoologischen Garten, dabei kommt es zu einem Streit. Josephine hält John seine "atavistischen Ansichten" vor und meint, er gehöre selber in den Londoner Zoo.
Gesagt, getan: Kurzerhand schreibt Cromartie einen Brief an die Zoo-Direktion, seiner Bitte wird entsprochen und er zieht bald darauf in einen geräumigen Käfig im Affenhaus. Seine beiden Nachbarn, ein Schimpanse und ein Orang-Utan, sind alles andere als begeistert und würden den neuen Mitbewohner, vor dessen Käfig die Leute in langen Schlangen stehen, vor lauter Eifersucht am liebsten in der Luft zerreißen ...
Ein Mann streitet sich mit seiner Freundin im Zoo, die Freundin wirft ihm veraltete romantische Vorstellungen vor, die ihrer Ansicht nach selbst in den Zoo gehören, am nächsten Tag schreibt der Mann dem Zoodirektor und bittet um einen Käfig, den der Direktor ihm nicht verwehrt, fasst Rezensent Helmut Höge den glaubhaft erzählten und liebevoll gestalteten Plot zusammen. Der Mann scheint zufrieden im Zoo, er freundet sich mit einem Luchs an und versöhnt sich mit seiner Freundin, die am Ende sogar bereit ist ihn zu heiraten. Parallelen sieht Höge zu zwei älteren Geschichten über Menschen, die zu den Affen im Zoo ziehen, Robert Menasses "Ende eines Hungerwinters" und Bazon Brocks Brief an einen Zoodirektor. Erstaunlich angesichts dieser offensichtlichen Parallelen ist, dass Garnett diese beiden Geschichten nicht kannte, nicht kennen konnte, denn sein nun auf Deutsch erschienenes Buch wurde bereits 1924 in Großbritannien veröffentlicht, erklärt der amüsierte Rezensent.
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