Gibt es seit dem Ende des Kommunismus wirklich keine echten Alternativen zum Kapitalismus? David Harvey meint: Doch! Man muss allerdings das Wesen des Kapitalismus genau verstehen, um ihn durch einen revolutionären Humanismus ersetzen zu können, in dessen Zentrum nicht das Kapital, sondern der Mensch steht. Konkret untersucht Harvey die Anhäufung von Kapital, das fatale Wachstumscredo, den spekulativen Immobilienmarkt und den Raubbau an der Natur. Er beschreibt jedoch nicht nur Krisen, sondern zeigt auch Chancen auf. Denn gerade die Widersprüche im Kapitalismus können Anfangspunkte für neue politische und kulturelle Bewegungen sein. Die utopische Kraft dafür kommt aus den Städten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.03.2015
Glatter Verriss. Geschwätzig, banal, naiv - das sind die Adjektive, mit denen Lorenz Jäger diesen Band des britischen Sozialgeografen David Harvey belegt. Dass Harvey die Enteignung der Kapitalisten fordert, ohne auch nur einen Gedanken auf das schon einmal brutal fehlgeschlagene Experiment in der Sowjetunion zu verschwenden, lässt Jäger nur noch den Kopf schütteln: Als hätte sich die Welt seit den sechziger Jahren nicht bewegt. Auch Harveys Hoffnung auf einen revolutionären Humanismus spendet dem Rezensenten keinen Trost.
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