Aus dem Englischen von F. Giese, C. Knüllig, B. Rullkötter. Mit Farb- und SW-Fotos auf 16 Tafeln. David Remnick begnügt sich in seinem Buch nicht damit, das Porträt eines politisch Hochbegabten auf der Suche nach seiner Identität zu zeichnen. Remnick seziert vielmehr eine Gesellschaft und ein politisches System voller Widersprüche und Brüche, von den Anfängen der Bürgerrechtsbewegung und ihrem andauernden Kampf gegen die Rassendiskriminierung bis hin zu den innenpolitischen Verwerfungen der Ära Bush nach den Anschlägen vom 11. September. Woher kommt und wofür steht Barack Obama? Wie sieht er sich selbst? Welche Rolle spielte und spielt seine Hautfarbe für ihn und für andere? Vor allem aber: Was sagen sein Aufstieg, seine Erfolge und Misserfolge über das gesellschaftliche und politische System aus, aus dem er hervorgegangen ist? Remnick gelingen eindringliche Porträts von Angehörigen und Freunden, Vorbildern, Widersachern oder Weggefährten, ohne die weder Obamas Gedankenwelt noch sein politischer Werdegang zu verstehen sind. Dann wieder ordnet er die biografischen Wegmarken in den großen Rahmen der jüngeren amerikanischen Geschichte ein. Das Ergebnis ist ein Blick in das Innenleben des politischen Establishments von Chicago bis Washington.
Sehr eingenommen ist Rezensentin Doris Akrap für David Remnicks packende Biografie des ersten afroamerikanischen Präsidenten der USA. Wie der Chefredakteur des "New Yorker" die Inszenierung Obamas in den Kontext der US-Geschichte stellt, findet sie schlicht großartig. So bietet das Werk in ihren Augen nicht nur ein ungemein packendes Porträt Obamas und seines Wegs an die Spitze, sondern auch ein umfassendes und erhellendes Bild der Gesellschaftsgeschichte in den USA im 20. Jahrhundert. Akraps Fazit: ein "historisches Werk".
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