Bis heute werden die USA in regelmäßigen Abständen von Rassenunruhen erschüttert - ein Phänomen, das ohne die lange Geschichte des amerikanischen Rassismus nicht zu verstehen ist. Wohl kein anderer hat sich so radikal und sprachgewaltig für die Rechte der Schwarzen eingesetzt wie Malcolm X, der als "der zornigste Mann Amerikas" galt. An seinem Beispiel führt dieses Buch in die afroamerikanische Geschichte und den Kampf der schwarzen Bürgerrechtsbewegung ein. Dabei stützt es sich auf die neueste Forschung und neu erschlossenes Quellenmaterial sowie auf Gespräche mit Weggefährten und Angehörigen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.09.2015
Wie Malcolm X auch über seinen Tod hinaus dazu beitrug, das Selbstwertgefühl der Afroamerikaner zu stärken, erfährt Stefan Fröhlich aus dem Buch von Britta Wadschmidt-Nelson. Ausgewogen und anschaulich erscheint ihm die Analyse der Historikerin, die laut Rezensent auf umfangreiche Quellen und Aussagen von Zeitzeugen zurückgreift, um den Werdegang des Schwarzenführers nachzuzeichnen. Dass die Autorin dem Kampf der Afroamerikaner in den USA der Fünfziger und Sechziger viel Raum einräumt, scheint ihm plausibel. Das Selbstbild des Malcolm X als militanter Widerständler gegen weiße Vorherrschaft und seinen Weg zur "Nation of Islam" vermag ihm die Autorin eindringlich zu schildern.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.05.2015
Bettina Engels erinnert an die Ermordung von Malcolm X vor 50 Jahren. Hilfreich, um die dramatische Wandlung des 1925 geborenen Malcolm Little vom Kriminellen zum Repräsentanten der Nation of Islam und weiter zum Intellektuellen, der die panafrikanische Idee ohne Rassentrennung vertritt, zu verstehen, scheint ihr die Biografie von Britta Waldschmidt-Nelson. Ausgezeichnet findet sie, wie die deutsche Historikerin darin die Biografie eines Hochbegabten mit der Geschichte der USA und der Behandlung seiner afroamerikanischen Bevölkerung verknüpft.
Muss man gelesen haben, findet Frédéric Schwilden über Britta Waldschmidt-Nelsons Biografie über Malcolm X. Zumal der Rezensent alte Diskriminierung neu erlebt. In Neukölln oder bei Pegida. Dass er die Geschichte des Malcolm X als deutsche Einwandererparabel lesen kann, ist allerdings tatsächlich kein gutes Zeichen, auch wenn es hier keinen Ku-Klux-Klan gibt, wie Schwilden einräumt. Über Identität und Anpassung lernt er im Buch eine Menge und über die Kreisläufe der Geschichte.
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