David Schönherr erzählt in seinem ersten Roman die ungeheuerliche Geschichte des jungen Genies Ferdinand Meerten, der mit seinen Zeichnungen die Welt veränderte. Denn mit seinem außergewöhnlichen Talent trifft er die Menschen schon als Kind bis ins Innerste, verzaubert sie und stürzt sie ins Unglück: den Maler Bros, dem er ungeahnten Erfolg schenkt; die sagenumwobene Lucia Giannotti aus dem Wald; die schöne Magd Flora und den hartnäckigen Kunsthändler Gerlach, der sich von Ferdinands Bildern nicht weniger als Unsterblichkeit verspricht. "Der Widerschein" ist eine Fabel über Sehnsüchte und Gier, über geheime Wünsche und Schwächen und eine unglaubliche Reise durch die Niederlande des 18. Jahrhunderts.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 20.12.2013
Die Rezensentin Judith von Sternburg tauft David Schönherrs "Der Widerschein" einen Kunstwerkroman: für einen waschechten Künstlerroman spielt ihr der junge Zeichner, um dessen Werke es geht, eine zu randständige Rolle, erklärt sie. Schönherr experimentiert in einem beschwingten historisch-fantastischen Mischmasch mit der Idee des perfekten Kunstwerks, eben jenen Zeichnungen des hintergründigen Protagonisten, ein Kunstwerk, das die ganze Welt des Betrachters umkrempelt, das lebendig ist, bedrohlich, anpassungsfähig, fasst von Sternburg zusammen. Doch es hapert ein wenig an der Umsetzung, meint die Rezensentin. Sprachlich könne der Autor nicht einlösen, was er verspricht. Deshalb überzeugt dieses Buch hauptsächlich als fantastische Geschichte - als historischer Kunstwerkroman schöpft er sein Potenzial nicht aus, erklärt von Sternburg.
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