Roland Steinberg erschafft Menschen: allesamt literarische Genies, die nur im Verborgenen geschrieben haben. Keiner von ihnen hat je existiert und doch haben sie alle einen Koffer voller Fragmente zurückgelassen. Mit seinen Installationen fiktiver Autorennachlässe und Lebensläufe gelingt Steinberg der Durchbruch in der internationalen Kunstszene. Plötzlich winken Geld und Ruhm. Doch den medienscheuen Künstler kümmert das wenig. Er will hinter die Masken des Alltäglichen blicken und fühlt sich wohler, wenn alle anderen gegangen sind. Voller Zorn und Poesie wandelt Steinberg in Berlin zwischen Licht und Schatten, erfährt dabei Freundschaft und Liebe, Einsamkeit und Verlust. Ein begnadeter Narziss, der alles zerschlagen möchte, um auf den Trümmern zu Jazzmelodien von Thelonious Monk zu tänzeln. In seinem Debütroman widmet sich Tobias Premper ganz der Beobachtung der scheinbar nebensächlichen Dinge, erzählt die Geschichte eines rastlos Suchenden in lakonisch surrealen Szenen und lässt seinen Helden dabei dem Satz Becketts folgen, eines von Roland Steinberg hoch verehrten Autors: "Scheitern, wieder scheitern, immer scheitern, besser scheitern.".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.01.2016
Rezensent Oliver Jungen attestiert dem Autor einen eigenen Ton. Auch wenn ihm Tobias Prempers neuer Roman nicht ganz so gut gefällt wie das Vorgängerbuch, kann er an der Geschichte um einen Künstler und Existenzialisten alter Schule in Berlin etwas finden. Schon wie die Ironiefreiheit des Helden auf die Abgeklärtheit seiner Umgebung trifft, sorgt für Ergötzung beim Rezensenten. Und Prempers anspielungsreicher, ja surrealer Stil macht ihm Laune, sofern er nicht ins Lachhafte driftet. Als Kunstbetriebssatire wie als Miniaturensammlung scheint ihm der Roman durchaus überzeugend. Nur findet er die Anlage etwas zu konzeptuell.
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