Seine Stimme füllte Konzertsäle, betörte die Damenwelt, eroberte in Deutschland, Europa, Amerika ein Millionenpublikum. Joseph Schmidt, Sohn orthodoxer Juden aus Czernowitz, hat es weit gebracht. 1942 aber gelten Kunst und Ruhm nichts mehr. Auf der Flucht vor den Nazis strandet der berühmte Tenor, krank, erschöpft, als einer unter Tausenden an der Schweizer Grenze. Wird er es sicher auf die andere Seite schaffen?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.08.2019
Rezensentin Rose-Maria Gropp zeigt sich tief berührt von Lukas Hartmanns Roman über den kleinwüchsigen Wundertenor Joseph Schmidt, den die Nazis zu Tode hetzten. Wie der Autor Schmidts Lebensgeschichte aus den reichen Quellen rekonstruiert und mit fiktionalen Elementen verbindet, findet Gropp gelungen. Die Klippen der fiktionalisierten Biografie umschifft Hartmann laut Gropp mit großer Einfühlung und Nähe zu seiner Figur. Eine Sympathie, die sich unmittelbar auf den Leser überträgt, meint sie.
Schriftsteller Lukas Hartmann hat sich hier dankenswerter Weise der Geschichte des jüdischen Tenors Joseph Schmidt angenommen, der vor seiner Flucht vor den Nazis in Berlin zu einem der größten deutschsprachigen Tenöre aufgestiegen war, erklärt Rezensent Elmar Krekeler. Die Flucht über Frankreich in die Schweiz laugte Schmidt aus, bis er letztlich 38-jährig, verarmt und ausgezehrt stirbt; seine desillusionierenden Begegnungen mit Lagerleitern, Fluchthelfern und Schweizer Flüchtlingspolitikern werden schmerzlich mit Schmidts früherem Auftreten in der Künstlerszene kontrastiert, erzählt Krekeler, der das Buch als "Künstlerroman, Zeitgeschichtsschreibung und Menetekel in einem" lobt.
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