Aus dem Amerikanischen von Sky Nonhoff. "Und plötzlich kam ihm der Gedanke, dass alles Bemerkenswerte in seinem Leben - im positiven wie im negativen Sinne - seinen Anfang an jenem Morgen genommen hatte, als er das erste Mal mit Emma Gould zusammentraf." Und von diesem Moment an, bis sich Joe Coughlin auf einem Schiff im Golf von Mexiko wiederfindet, die Füße in einem Zementblock, wird alles, was er tut, für Emma sein. Aus dem Boston der zwanziger Jahre, aus einem Wirbel von Liebe und Gewalt, Hass und Rache führt Joes Weg in den Süden Amerikas und bis nach Kuba. Angetrieben von der Liebe zu einer Frau, wird er vom kleinen Handlanger zum mächtigsten Rum-Schmuggler seiner Zeit.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.12.2013
Katharina Riehl ist mit diesem Krimiepos von Dennis Lehane ganz auf ihre Kosten gekommen. Den Autor schätzt sie als erfolgreichen Vorlagen-Lieferanten für Hollywood-Filme, Clint Eastwoods "Mystic River" und Martin Scorseses "Shutter Island" basieren auf seinen Büchern. "In der Nacht" erzählt die Geschichte des Gangsters Joe Coughlin, den die große Liebe zu einer steilen Karriere in der Unterwelt antreibt. Ein bisschen kennt Riehl das alles aus dem "Großen Gatsby" oder den zahlreichen Mafiageschichten, versichert aber, dass Lehane hier ein echtes Südstaatendrama liefert, Prohibition und Ku-Klux-Klan inklusive.
Als Mafia-Epos und Heldengeschichte, in der Gut und Böse verschwimmen, hat Katharina Granzin diesen Roman von Dennis Lehane gelesen. Die während der amerikanischen Prohibition in Boston und Florida spielende Geschichte scheint ihr ein "ziemlich perfektes Stück Noir-Literatur", brillant geschrieben und gut komponiert. Besonders lobt sie den souveränen, "ironisch-eleganten" Stil des Autors. Auch die Gangster-Klischees, die Lehane auffährt, haben ihre Lesefreude nicht getrübt. Vor allem der erste in Boston spielende Teil des Romans hat sie völlig gebannt. Demgegenüber fällt zu ihrem Bedauern der zweite Teil, da zu milieuverliebt und ausladend, etwas ab. Nichtsdestoweniger hat sie diesen spannenden Roman, der nach einer Verfilmung schreit, gern gelesen.
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