Thomas Welskopp

Amerikas große Ernüchterung

Eine Kulturgeschichte der Prohibition
Cover: Amerikas große Ernüchterung
Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 2010
ISBN 9783506770264
Gebunden, 660 Seiten, 49,90 EUR

Klappentext

1920 war ein nationales Alkoholverbot Bestandteil der amerikanischen Verfassung. Wie konnte es dazu kommen? Wie veränderte die Prohibition die amerikanische Gesellschaft? Welche Gründe führten zu ihrer Abschaffung im Jahre 1933? Der Autor zeigt den dramatischen Einfluss der Prohibitionsfrage und ihrer Behandlung auf alle gesellschaftlichen Bereiche. Zur Darstellung kommen etwa die Radikalisierung des Verfassungsrechts, der Aufstieg der Alkoholschattenwirtschaft, die aufblühende organisierte Kriminalität, die heimliche Trinkkultur in der Mittelklasse, neue Annäherungen zwischen den Geschlechtern, der pulsierende Durchbruch des Jazz, die Umschichtung des Medienmarktes, die Neuausrichtung der amerikanischen Parteienlandschaft.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.02.2011

Stoff für Freunde dunkler Machenschaften wittert Thorsten Gräbe beim Thema Prohibition reichlich. Von Thomas Welskopp und seinem Buch wird er diesbezüglich nicht enttäuscht. Der Historiker weiß, seine Darstellung immer wieder auch auf die Fährten von Schmugglern und in zwielichtige Kaschemmen zu leiten, versichert uns der Rezensent. Allerdings überzeugt ihn Welskopp weit über das Anekdotische hinaus, indem er Zeitgeschichte schreibt: Erster Weltkrieg, New Deal, religiöse, feministische und wissenschaftliche Interessen, die sich im Alkoholverbot zusammenfinden. Dass der Autor den modernen Charakter der um die Prohibition gedeihenden wechselseitigen Beziehungen (Korruption!) herauspräpariert und die Manipulation der öffentlichen Meinung erkennt, findet Gräbe gleichfalls bemerkenswert.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.12.2010

Hick, pardon, der Rezensent genehmigt sich erstmal einen. Kein Wunder nach so inspirierender Lektüre. Es geht um Al Capone, um gepantschten Sprit, um die politischen und ökonomischen Hintergründe der amerikanischen Prohibition. Das ist ein weites Feld, das der Autor da aufmacht. Und er macht es gut, wie Rudolf Neumaier versichert. Weil Thomas Welskopp eben doch vor allem Historiker ist und bei diesem populären Thema auch bleibt. So erfährt Neumaier umfassend wie nie, welch konservativer Geist den Geist aus der Flasche dereinst zu bezähmen versuchte, schöpft aus einem fußnotenreichen Anhang und freut sich über den beschwippsten, äh, beschwingten Stil der Arbeit, die jedem Wissenschaftler zum Wohl, also zur Ehre gereicht.

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