Herausgegeben von Pola Koch, Steffen de Rudder und Stefan Signer. Mit der Transformation ehemals autogerechter Straßen etabliert sich ein neues Thema im Städtebau. Die in diesem Buch dokumentierten Umbauten reagieren auf die aktuellen Veränderungen, insbesondere den Klimawandel, und schaffen stadträumliche Typologien, die so bisher nicht bekannt waren. Das Buch versammelt 28 Beispiele umgebauter Straßenräume aus 14 europäischen Städten. Alle wurden jeweils zeichnerisch und fotografisch dokumentiert und in ihrer Konzeption und Wirkungsweise detailliert beschrieben. Ausgewählt wurden nur bereits umgesetzte Projekte. Sie haben den Vorteil, dass die Umsetzbarkeit der zum Teil radikalen Verwandlungen nicht mehr bewiesen werden muss, dass sie sich in der Praxis schon zu bewähren haben, als neue Räume erlebt und in ihrer Wirkung studiert werden können. Die großen Themen sind die unausweichliche Bewältigung der Klimafolgen, die längst überfällige Verkehrswende und die seit Jahrzehnten nahezu folgenlos diskutierte Rückgewinnung des Stadtraums für die Bewohnerinnen und Bewohner. Ohne eine klare Entscheidung für den deutlichen Rückbau des Autoverkehrs hätte jedoch keines der vorliegenden Projekte umgesetzt werden können. Platz für mehr Rad- und Fußverkehr, für Bäume und Versickerungsflächen gibt es nur, wenn der Platz für Autos reduziert wird. "Die neue Öffentlichkeit" möchte darum für den Umbau von Straßen werben und zur Nachahmung anregen. Es richtet sich an Planerinnen und Planer, an Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, an Politikerinnen und Politiker. Bestenfalls soll es zu Entdeckungsreisen in europäische Nachbarstädte führen, weil nichts so überzeugend ist wie das begehbare Original. Die hier dokumentierten Straßen sind Augenöffner und der Beweis, dass es möglich ist, Straßen grundlegend zu transformieren.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.11.2024
Arnold Bartetzky empfiehlt den von Pola Koch, Steffen de Rudder und Stefan Signer herausgegeben Band Verkehrs- und Städteplanern gleichermaßen. Wie sich die Vorherrschaft des Autos in den Städten zurückdrängen lässt, zeigen die Autoren anhand einer Vielzahl von Beispielen aus Barcelona, Paris oder Ljubljana. Nicht alle Beispiele überzeugen Bartetzky, einigen mangelt es an ästhetischen Ideen, findet er. Doch sobald Begrünung Asphalt ersetzt, scheint ihm ein Schritt in die richtige Richtung getan. Im wesentlichen zeigen die 28 vorgestellten Beispiele umgebauter Straßenräume, wie viel Lebensqualität zurückzugewinnen ist, resümiert der Rezensent.
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