Hrsg. von Horst Wenzel, Wilfried Seipel und Gotthart Wunberg.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.03.2002
Das Mittelalter ist in den zwei neuen Sammelbänden des Kunsthistorischen Museums über die "Verschriftlichung der Welt" und "Audiovisualität vor und nach Gutenberg" immer auch der Referenz- und Ausgangspunkt für ein sehr aktuelles Interesse an Mediengeschichte, dem hier "im großen historischen Gestus" - wie der Rezensent Valentin Groebner durchaus anerkennend meint - nachgegangen wird. Im vergleichenden Blick auf "Touchscreens" und "mittelalterliche Codices" werde geradezu "Erstaunliches" sichtbar. Schon damals ging es nämlich um "Visualisierung als Realitätseffekt", der sich der unterschiedlichen Medien zu bedienen verstand. Nicht mit allen Kurzschlüssen, die in den einzelnen Aufsätzen vorgetragen werden, ist Groebner einverstanden - so findet er die Idee, dass Mediävisten und Informatiker auf derselben materiellen Grundlage arbeiten, nicht wirklich plausibel -, aber die Grundthese, dass das Mittelalter "vermutlich wirklich überall" ist, leuchtet ihm nach der Lektüre ein.
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