Herausgegeben und mit einem Nachwort von Rudolf Bussmann. Mit einer Begegnung mit seiner Lyrik von Nora Gomringer. Die Lyrik Dieter Fringelis zum Wieder- und Neuentdecken.Diese Gedichtauswahl der Lyrik Dieter Fringelis bringt einen repräsentativen Querschnitt seines Schaffens. Sie zeigt den Dichter als genauen Beobachter, sei es seiner persönlichen Erfahrungswelt, sei es der deutschen Sprache. Fringeli erkannte in abgegriffenen Redewendungen und Sprichwörtern ein Potential, mit dem er spielen, das er hinterfragen, aus dem er neuen Sinn gewinnen konnte. In seinen zumeist kurzen, von Ironie und Wortwitz durchzogenen Texten blitzt der Schalk durch, auch wenn es um ernste Themen wie Alter, Krankheit und Tod geht. Fringelis hintergründige Schlichtheit zeigt sich auch in seinen Dialektgedichten, einem Genre, dem er zu neuer Aufmerksamkeit verhalf.jahreszeitender frühling hat rechtder sommer hat rechtder herbst hat rechtder winter hat rechtauch du liegst richtigich stapfe im juli durch schneespurlos
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 01.07.2026
Rezensent Björn Hayer hat viel Freude an diesem Gedichtband, der einen "Don Quichotte der deutschsprachigen Lyrik" vorstellt. Alle Werkphasen des Schweizer Lyrikers Dieter Fringeli sind in der Veröffentlichung vertreten. Mutig nehmen es die Verse mit der Sprachtradition auf und zertrümmern vor allem immer wieder Redewendungen, programmatisch möchte Fringeli "Den geflügelten worten / die federn / stutzen", zitiert der Kritiker. Dahinter steht durchaus ein politisches Programm, der Schweizer sehnt sich nach einer Welt, in der es nicht nur in sprachlicher Hinsicht keine Grenzen gibt. Die vorliegende Veröffentlichung erlaubt es auch, andere Facetten des Schaffens des Dichters zu entdecken, etwa Verse, die sich mit Liebe und Identität beschäftigen, so der sehr angetane Rezensent. Eine wunderbare Wiederentdeckung, so das Fazit.
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