Herausgegeben von Guy Krneta. Mit einem Nachwort von Nora Gomringer. Bisher unveröffentlichte Gedichte aus dem Nachlass Kurt Martis, die zeigen, wie aktuell sein Werk heute noch ist.Die späten Gedichte von Kurt Marti drehen sich um die "letzte Zeit auf Erden": Altersgebrechen, das Fehlen der Geliebten, Warten auf den Tod. Aphoristisch knapp, sprachspielerisch und lakonisch sind Martis Verse. Er betrachtet, wundert sich, denkt nach, klopft die Wörter ab.Auch im Langgedicht "Hanni", das der Dichter für sich und seine Nächsten schrieb, hadert er nicht mit dem Tod. Er hadert mit dem Verlassensein. Und tröstet sich damit, dass der Geliebten wenigstens dieses erspart blieb. "Hanni" ist ein berührendes Zeugnis einer lebenslangen Liebe, voller "Zärtlichkeit und Schmerz". Hier findet die persönliche Erfahrung eine gültige, offene Form.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.06.2021
Jürg Altwegg singt eine Hymne auf Kurt Marti, den Schweizer Pfarrer "ohne Predigt", der "in der Literatur ein Dichter" war, wie der Kritiker schreibt. Entsprechend froh ist der Rezensent über gleich drei bei Wallstein erschienene Neuausgaben mit Kolumnen, Gedichten und Prosa aus dem Nachlass. Während der Gedichtband - mit einem Nachwort von Nora Gomringer und der Prosaband - mit einem Nachwort von Franz Hohler - teils unbekannte, letzte Texte von Marti enthält, wurden dessen Kolumnen bereits vor zehn Jahren veröffentlicht, weiß Altwegg. Und doch sind es gerade Martis Betrachtungen über Stadtplanung, Schweizer Literatur, Kollegenneid, Peter Handke oder Schweizer Skandale, die das besondere Interesse des Kritikers erregen: Als Martis "intellektuelles Hauptwerk" ergänzen sie dessen Gedichte und Prosa perfekt, meint er.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.01.2021
Rezensent Roman Bucheli scheint gerührt von den nachgelassenen Liebesgedichten des streitbaren Schweizer Theologen Kurt Marti. Dass Marti ein Mann des geschliffenen Wortes war, wusste Bucheli, auch dass er dichten konnte. Martis Texte auf seine verstorbene Frau aber verblüffen Bucheli mit ihrer Zartheit, die den innersten Schmerz des Verfassers offenbaren, ohne die Spur peinlich oder indiskret zu sein. Ins Gedicht verwandelte Trauer sieht so aus, meint Bucheli.
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