Dieter Henrich

Von sich selbst wissen

Dieter Henrich erzählt über Erinnerung und Dankbarkeit. 2 CDs
Cover: Von sich selbst wissen
Suppose Verlag, Berlin 2020
ISBN 9783863852009
CD, 28,00 EUR

Klappentext

2 CDs, 124 Minuten Laufzeit. Mitarbeit: Alexandru Bulucz und Klaus Sander. "In allem Wissen, auch im selbstvergessenen, im Schaffen wie im Betrachten, im Streit und in der Liebe, sind die gegenwärtig, die von sich selbst wissen." Auf "Von sich selbst wissen" gerät Dieter Henrich aus dem Gespräch heraus ins Erzählen, wie auch ins spontane Philosophieren. Im Medium seiner Stimme verlässt er die Strenge seiner Begründungen in der Philosophie und schlägt den Bogen von seinen weltweit beachteten Forschungen und Konzeptionen zu seiner Kindheit in der Weimarer Republik und seiner Jugend bis 1945. In der Erzählung einiger prägender und dramatischer Erlebnisse jener Zeit tritt etwas von den Motiven hervor, die Menschen in das Philosophieren hineinziehen und die eine der Wurzeln der kulturellen Bedeutung der Philosophie ausmachen. Er lässt nachvollziehen, warum alle Menschen im Ansatz von philosophischen Fragen bewegt sind - und wie dann der Alltag mit Metaphern für die Philosophie als solche aufwartet, bevor irgendein Bildungswissen von ihr die Menschen berührt hat.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.03.2020

Thomas Thiel scheint fast neidisch zu werden, wenn er den Philosophen Dieter Henrich reden hört. Henrichs philosophische Lebenserinnerungen, aufgezeichnet von Alexandru Bulucz und Klaus Sander, berichten Thiel von Erweckungserlebnissen zwischen Nihilismus und Liebe. Dass Henrich Philosphie und Leben nicht voneinander scheidet, sondern beides aus- und miteinander entwickelt, gefällt Thiel gut. Henrichs Gedanken erscheinen ihm so "nahbar und geschmeidig". Gern lauscht Thiel diesem beweglichen Denken, weil hier ein "Leben seine Form" gefunden hat, wie er ahnt.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 12.03.2020

Rezensent Alexander Cammann ist beeindruckt von diesem Hörbuch des 93-jährigen Philosophen Dieter Henrich. Wie der Gadamer-Schüler eigene Erfahrungen schildert, darüber nachdenkt, Schlüsse zieht und weiterentwickelt, erscheint dem Rezensenten als hervorragendes Beispiel für die uralte Kunst des Weitergebens von Lebenserfahrungen. Zwei Dinge prägten wesentlich Hentrichs Philosophie: das Ausgeliefertsein des Kindes bei einer schweren Erkrankung und das Wissen um die Liebe der Eltern, lesen wir. Von solchen Erfahrungen ausgehen, führt er den Zuhörer zu den "zentralen Denkfiguren" seiner Philosophie, lebhaft und mit angenehmer Stimme. Faszinierend, findet Cammann.
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